Antifaschismus und Antirassismus

Vor 20 Jahren ….

Am 1.5.1999 erstickt Markus Omofuma bei der Abschiebung, weil ihm Polizisten den Mund verkleben Die Wut der afrikanischen Community verwandelt sich in Widerstand auf der Straße. Tausende solidarisieren sich. Doch die Reaktion schläft nicht. Die FPÖ startet eine Großoffensive, in der Afrikaner*innen pauschal als Drogendealer verunglimpft werden. Polizei und Staatsanwaltschaft folgen, Hunderte mit afrikanischem Background werden verhaftet, lange in U-Haft genommen und angeklagt. „Anonyme“ Zeugen liefern „Beweise“, was zu drakonischen Urteilen führt. Der Staat ist bereit, Tote in Kauf zu nehmen, wenn es darum geht, die Abschiebepolitik durchzusetzen.

Michael Gehmacher

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Andere über uns: Aktion gegen "Identitäre"

Ganz schön peinlich: Da wollten die "Identitären" in Salzburg ihr Image durch eine Straßenaktion verbessern, doch Dutzende Antifaschist*innen folgten dem Aufruf der SLP und anderer Gruppen, sich ihnen in den Weg zu stellen. Die "identitäre" Website „Tagesstimme“ erwähnt die SLP als Mitorganisatorin der Aktion und meint, diese habe mehr Leute angezogen als abgeschreckt – Ja, zur Gegendemo angezogen!

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Salzburg schirmt Idis ab

Katka

In Salzburg hatten für 30. März die Identitären eine "Patriotische Zone" geplant. Um diese Aktion wortwörtlich abzuschirmen, versammelten sich kurzfristig rund 50 Antifaschist*innen, darunter auch wir von der SLP. Durch das Entsorgen der Flyer hatten die Identitären kaum die Möglichkeit, ihre menschenverachtenden Inhalte zu verbreiten. Die Passant*innen waren ihnen gegenüber meist kritisch. Sie freuten sich über die antifaschistische Gegenaktion: "Wichtig dass ihr hier seid!". Viele kannten die Neofaschisten auch wegen der Verbindung zum Attentäter von Christchurch. Nach über vier Stunden begannen die Identitären, eine Stunde vor dem gemeldeten Aktionsende aufzuräumen. Da sie aber nicht aufhören werden, ihre Hetze zu verbreiten, ist es wichtig, dass wir weiterhin aktiv sind und werden!

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Der rechte Rand: Christchurch

Till Ruster

Tarrant, der Mörder von mindestens 50 Personen in Christchurch, sei ein Einzeltäter, das stand für die Behörden früh fest. Er sei „nicht Teil unserer Gesellschaft“, meinte Neuseelands Premierministerin. Abgesehen von der juristischen Bewertung: Aus politischer Sicht war er alles andere als ein Einzeltäter. Wie bei rechtsradikalen Mördern anderer Attentaten in Norwegen, Quebec, Parkland, Oak Creek, Charlottesville... gibt es einen klaren Zusammenhang zum rassistischen und faschistischen Umfeld. Es geht nicht „nur“ um Foren im Internet, sondern um eine reale, internationale Bewegung. Nicht zufällig bezieht sich Tarrant auf Trump, das gefeierte Idol vieler Rechtsextremer. Klar bedient er sich auch der Sprache der „neuen Rechten“, wie sie auch die österreichischen „Identitären“ führen. Wie diese spricht er vom „Großen Austausch“. Gemeint ist eine Verschwörung der „Eliten“ (der antisemitische Bezug ist kein Zufall), um die „weiße“ Bevölkerung durch Muslime auszutauschen. Was Identitäre&Co auf die Straße tragen und oft von etablierten Rechtspopulisten von FPÖ über ÖVP bis Orban aufgegriffen wird, setzen Tarrant & Co. in die Tat um. Die Rechten erfinden ein Bedrohungsszenario und rufen zum gewaltsamen Widerstand. Nichts anderes tun Identitäre, wenn sie sich auf Prinz Eugen, Reconquista und Türkenbelagerung beziehen. Wer das nächste rechtsextreme Attentat verhindern will, muss auch hierzulande gegen die Rechten mobilisieren und den Kampf gegen die echten Bedrohungen wie Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt gegen Frauen,... aufnehmen!

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Was tun mit „Gefährdern“?

Die rassistische Maßnahme kann auf alle ausgeweitet werden, die der Regierung in die Quere kommen.
Monika Jank

Asylwerber*innen sollen nunmehr per Verdacht, ohne dass eine Straftat begangen wird, eingesperrt werden. Das plant zumindest FPÖ-Innenminister Kickl mit der Einführung der Sicherungshaft. Sein Vorschlag wird von vielen Seiten mit Entsetzen entgegengenommen. Härtere Strafen reduzieren nicht die vorhandene Kriminalität und Gewalt - das zeigen unzählige Untersuchungen.

Die Sicherungshaft zeigt die Scheinheiligkeit der Regierung auf: Sie präsentiert sich als Unterstützer von Sicherheit, obwohl sie auf verschiedenen Ebenen Maßnahmen setzt, die genau diese reduzieren. Ziel ist es, den Repressionsapparat auszubauen. Durch die Sicherungshaft gibt die Regierung also schlicht vor, Probleme zu lösen, die sie eigentlich selbst geschaffen hat. Die Darstellung von Asylwerber*innen als potenziell gefährlich liegt ganz im Sinne ihrer rassistischen Propaganda und lenkt von ihrer eigentlichen Politik ab. Die ist nämlich Sozialabbau zugunsten der Reichen, nicht der Wähler*innen. Obwohl Kickl jetzt versichert, dass die Maßnahme „nur“ gewalttätige Asylwerber*innen betrifft, so kann die Regelung sehr schnell auf andere Gruppen – z.B. linke Aktivist*innen, kämpferische Gewerkschafter*innen – ausgeweitet werden, sofern diese zu einem Problem für die Regierung werden. Um die Umsetzung der Sicherungshaft und die benötigte Verfassungsänderung zu verhindern, reicht es nicht, auf eine Ablehnung durch SPÖ und NEOS im Parlament zu hoffen. Wir müssen selbst aktiv werden und Druck auf der Straße und von unten aufbauen.

Die Sicherungshaft reduziert Gewalt gegen Frauen nicht

Wenn Frauen eine Anzeige erstatten, wird dieser oft nicht nachgegangen bzw. erst gehandelt, wenn es zu spät ist. Die verständliche Hoffnung mancher ist, durch die Sicherungshaft jene, die Gewalttaten androhen, wegsperren zu können. Doch der Regierung geht es nicht darum, Gewalt gegen Frauen tatsächlich zu bekämpfen. Durch die Fokussierung auf Asylwerber, vor denen  „unsere“ Frauen geschützt werden müssen, wird von der Tatsache abgelenkt, dass der absolute  Großteil der Täter aus dem unmittelbaren familiären Umfeld kommt, egal welcher Herkunft. Womit kann Gewalt an Frauen tatsächlich entgegengewirkt werden? Durch soziale Sicherheit wird die finanzielle Abhängigkeit beendet, die es oft unmöglich macht, einer gewalttätigen Beziehung zu entfliehen. Ein Mindestlohn von 1.700 ist dabei eine zentrale Forderung.

 

Rassismus als Grundzutat von Regierungsmaßnahmen

Wie bei anderen Maßnahmen (z.B. Mindestsicherung) auch, werden Kürzungen und Repressalien zuerst bei Asylwerber*innen und „Ausländern“ „ausprobiert“, bevor sie auf die ganze Bevölkerung übertragen werden. Statt sich tatsächlich mit der Ursache von Problemen zu beschäftigen, soll eine ganze Bevölkerungsgruppe als Sündenbock herhalten. Durch Beschränkung auf die Inhaftierung von „potenziell gefährlichen“ Asylwerber*innen werden alle Asylwerber*innen als gefährlicher als der Rest der Bevölkerung abgestempelt. Rassismus - und die Regierung kann weitermachen frei nach dem Motto „wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte“. Die Gewerkschaft schweigt, obwohl der Abbau demokratischer Rechte sich immer auch gegen die Arbeiter*innenbewegung richtet, beginnend bei Arbeiter*innen ohne Staatsbürgerschaft – aber nicht dort stehenbleibend.

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Aktiv gegen Burschis

Demos sind gut, doch um die Rechtsextremen zurückzudrängen, braucht es Organisation und Programm.
Peter Hauer und Sebastian Kugler

Von weitem sichtbare Transparente. Ein starkes Auftreten gegen Rassismus, Sexismus und reaktionäre Gewalt, gefolgt von Redebeiträgen von den Betroffenen der herrschenden Politik. So sah die Beteiligung der SLP auf den verschiedenen Demonstrationen gegen die Burschenschafterbälle dieses Jahr aus. Ob in Wien, Graz, oder Linz: Wir zeigten auf, wie die Rechten wirklich zurückgeschlagen werden können: Durch das Verbinden der verschiedenen Kämpfe. So sprach etwa ein SLP-Aktivist und Krankenpfleger am 2.2. auf der Linzer Demo über die Missstände in der Pflege, den Arbeitskampf im Sozialbereich, und lud zur Streikschulung der Initiative „Sozial aber nicht blöd“ ein.

Wir reden nicht nur abstrakt über den Sozialismus. Wir wollen zeigen, wie wir eine Bewegung aufbauen können, die die Wurzel von Rassismus und Ausbeutung, das kapitalistische System, überwinden und eine sozialistische Alternative durchsetzen kann. Im 6-Punkte Programm, das wir auch in die Demos trugen, schlagen wir vor: 1. Komitees an Arbeitsplätzen, Nachbarschaften usw. aufbauen 2. Diese Komitees vernetzen 3. Offensivprogramm für soziale Verbesserungen für alle erstellen 4. KVs verteidigen 5. Eine massive Streikbewegung aufbauen, um die Regierung zu stürzen 6. In dieser Bewegung eine neue linke, sozialistische Massenpartei aufbauen. Werde auch du mit uns für dieses Programm aktiv!

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FPÖ = Partei der Reichen!

Klebt die Gewerkschaftsführung an der SPÖ, muss die Basis was für eine neue Arbeiter*innenpartei tun!
Flo Klabacher

Arbeiterkammer (AK)- & EU-Wahlen sind sind die ersten bundesweiten Tests für die Regierungspartei FPÖ. Die Auflösung ihrer Tiroler AK-Fraktion als Reaktion auf die Einführung des 12-Stunden-Tages zeigt die Enttäuschung von Arbeiter*innen, die der sozialen Rhetorik der FPÖ geglaubt hatten: Kürzungen bei AUVA, Krankenkassen, AMS, Mindestsicherung, Notstandshilfe, Senkung von Unternehmenssteuern in Form von Lohnnebenkosten,… machen deutlich: Die FPÖ ist keine Arbeiter*innenpartei.

Trotzdem halten ihre aktuellen Umfrageergebnisse (für Nationalrats- & EU-Wahl) im Vergleich zu den letzten Wahlen das Niveau. Vor Allem, weil es keine Partei gibt, die als politische Alternative wahrgenommen wird. Umfragen zeigen: Der Großteil der ÖVP- & FPÖ-Wähler*innen vertraut diesen Parteien nicht. Aber warum sollte jemand Rendi-Wagner wählen? Dass die SPÖ heute eine völlig angepasste bürgerliche Partei ist, hat der FPÖ die Chance gegeben, sich als ungeschliffene Protestpartei mit sozialer Rhetorik zu geben. Auch in der Regierung versucht sie, ihr Anti-Establishment-Image so weit aufrecht zu erhalten, wie es dem Kapital nicht weh tut. Der Zusatz „sozial“ musste aus dem Heimatpartei-Slogan allerdings entfernt werden.

Unabhängigkeit der Justiz, Menschenrechtskonventionen oder Medienfreiheit (in dem beschränktem Ausmaß, in dem sie existieren) in Frage stellen oder versuchen, EU und UNO weiter nach rechts zu drücken oder zu ignorieren, stört das Kapital kaum. So kann die FPÖ auch von der Regierungsbank aus von der Krise und dem Vertrauensverlust dieser Institutionen der bürgerlichen Demokratie profitieren. Denn: Es gibt keine Arbeiter*innenpartei, die eine wirkliche Alternative zum bürgerlichen Sumpf anbietet. Die ist allerdings nötig, um die Politik der FPÖ (egal, von welchen Parteien sie umgesetzt wird) zu bekämpfen. Der ÖGB nimmt die Verantwortung, Schritte in diese Richtung zu beginnen, nicht wahr. Er versucht stattdessen, als SPÖ-Anhängsel die verwesende Sozialpartnerschaft zu reanimieren und will Teil des Establishments bleiben.

 

Was braucht eine Arbeiter*innenpartei?

Wer im Nationalrat 14x €8.930 einsteckt, spürt nichts von Preiserhöhungen bei Wohnen & Verkehr, leistet sich private Zusatzverischerungen, finanziert der Familie private Bildung und hat mit den Problemen von „Normalos“ nichts zu tun. Funktionär*innen sollten nie mehr verdienen, als die Leute, die sie vertreten: Ein durchschnittlicher Facharbeiter*innenlohn muss reichen.

Arbeiter*innenparteien sind lebendige Strukturen und in der Klasse verankert. Grundsätze, Programm und Kampagnen werden von der Basis bei Aktivist*innentreffen, Konferenzen und Veranstaltungen diskutiert, beschlossen und umgesetzt. Funktionär*innen müssen rechenschaftspflichtig und jederzeit abwählbar sein. So wird sichergestellt, dass demokratische Beschlüsse nicht „von oben“ gekippt werden können.

Frühere große Arbeiter*innenparteien sind an der Logik des „kleineren Übels“ gescheitert: Um „schlimmeres zu verhindern“ werden Koalitionen mit dem Bürgertum eingegangen, Kürzungen, Rassismus,… mitgetragen, der Kapitalismus nur verwaltet. Diese Parteien wurden Teil des Establishments und sind kein Werkzeug mehr im Kampf gegen den Kapitalismus. Ein unabhängiges Klassenprogramm ist also essentiell.

Die wahre Macht liegt in den Betrieben. Kapitalismus lässt sich nicht abwählen. Selbst eine linke Mehrheit im Parlament wird mit Sabotage durch das Bürgertum bis hin zum Putschversuch konfrontiert sein. Eine Arbeiter*innenpartei kann die Institutionen der bürgerlichen Demokratie nützen, soweit es geht – aber immer mit dem Ziel, so die entscheidenden Bewegungen in Betrieben und auf der Straße zu stärken.

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Der rechte Rand: rechtsextreme Liste bei den EU-Wahlen

Helga Schröder

„Die Stimme“ konnte jüngst rund 700 vermutlich großteils ahnungslose Personen zum „Trauermarsch“ anlässlich eines Frauenmordes in Wr. Neustadt mobilisieren. Nun versucht sie eine Kandidatur bei den EU-Wahlen. Dahinter steht der wegen seiner Nähe zum Neonazismus aus der FPÖ ausgeschlossene Markus Ripfl. Er ist Gemeinderat in Orth an der Donau, schlagender Burschenschafter (Olympia) und war RFS- und RFJ-Funktionär. Weitere „Die Stimme“-Gründer sind die schlagenden Burschenschafter Viktor Erdesz und Bernhard Neuhofer, welcher ebenfalls die FPÖ verlassen musste, nachdem er Beiträge neonazistischer Seiten geteilt hatte. Die „Einzelfälle“ der FPÖ also. Ripfl beschwört den "Endkampf um unser Volk", wehrt sich gegen die Central European University in Wien, da Wien "nicht zur Ausbildungsstätte der Volkszerstörer von morgen verkommen" dürfe, beklagt den „Schuldkult“... Er trat bei der deutschen NPD auf, wo er sich „für unser gemeinsames Volk“ eine „deutsche Zukunft“ wünschte. Neonazistische Wortwahl, rassistisches und reaktionäres Programm sind auch die „Grundsatzpunkte“ der „Stimme“. Sie sind voll von „Bedrohung des Volkserhaltes“, „deutschstämmigem, österreichischen Volk“, Beschränkung „der Ausgaben für diejenigen, welche sich nicht um den Staat verdient gemacht haben“, „Vorteile der Gründung einer klassischen Familie“, „Volksbewusstsein“. Es ist jener rechte Rand der FPÖ, den sich diese als vermeintlich staatstragende Regierungspartei nicht mehr leisten möchte, wenn es zu arg und öffentlich wird.

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Der rechte Rand!

Alexander Svojtko

Die Pferde können ja nichts dafür. Doch sei es die Schwärmerei der Identitären für Prinz Eugen – freilich stets hoch zu Ross dargestellt -, oder sei es die Besessenheit, mit der Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) seit Jahren die Idee einer berittenen Polizei verfolgt: woher kommt die auffällige Pferde-Liebe der Rechten?

Pferde sind alte Machtsymbole, ihre Reiter sind über den Köpfen der Normalsterblichen. Heutzutage ist es gerade das Unzeitgemäße an ihnen, das wirken soll: Der Einsatz von Pferden soll alte Herrschafts-Traditionen heraufbeschwören. Kein Wunder, dass Kickls berittene Polizei von Viktor Orbán, rechts-nationalistischer Premier der „Reiternation“ Ungarn, freudigst begrüßt wurde. Das „Ungarische Amtsblatt“ („Magyar Közlöny“) berichtete von der Entscheidung Orbans, „zwei im staatlichen Besitz befindliche Pferde der Rasse Nonius der Republik Österreich unentgeltlich zu überlassen.“ Einem geschenkten Gaul schaut auch Kickl nicht ins Maul.

Natürlich soll auch an die Tradition von Pferden als Mittel der Repression angeknüpft werden. Dass gerade in Tumulten Pferde schwer zu kontrollieren und entsprechend gefährlich sind, gehört zum brutalen Kalkül. Berittene Polizei immer wieder zur brutalen Bekämpfung von Arbeiter*innen eingesetzt - vom Justizpalastbrand 1927 mit mindestens 89 Toten bis zum „Battle of Orgreave“ im britischen Minenstreik 1984 mit über 120 teils Schwerverletzten. Auch heute werden im UK Pferde gegen Demonstrant*innen und Fußballfans eingesetzt.

Sitzfleisch gegen Beinarbeit

Sonja Grusch

In der „Widerstandsbewegung“ im Jahr 2000 gegen die damalige blau-schwarze Regierung war das Motto „Wir gehen bis ihr geht“. Wir sind weit über ein Jahr gegangen, sie waren bis 2007 an der Macht.
Die jetzigen Donnerstagsdemos finden u.a. unter dem Motto „Wir sind jetzt zusammen“ statt. Sie sind eine der wenigen Möglichkeiten etwas gegen schwarz-blau „zu tun“. Es ist gut, dass sie verschiedene Themen aufgreifen. Es ist gut, dass vorab mobilisiert wird. Es ist gut, dass sie nicht von Promis dominiert sind. Es ist gut, dass es sie gibt.
Aber.... Auch diesmal wird sich die Regierung nicht verabschieden, nur weil wir oft und in vielen Städten aufmarschieren. Zusammen sein ist dann umso effektiver, wenn wir uns organisieren. Das bedeutet nicht nur, die Donnerstagsdemonstrationen selbst in demokratischen Strukturen zu planen, sondern sie zu nutzen, um den Menschen, die hinkommen oder sie auch nur sehen, ein Angebot zu machen. Eines, wo man über Forderungen diskutieren kann. Wo man die nächsten Kampfschritte planen kann. Wo man nicht nur zusammen demonstriert, sondern auch zusammen entscheidet. Nutzen wir die Plattform der Donnerstagsdemos, um Widerstandskonferenzen zu organisieren. Um eine Strategie zu entwickeln, wie wir ihnen nicht nur die Straßen, sondern die Betriebe lahm legen können. Wie wir die kämpferischen Kräfte in den Gewerkschaften unterstützen können, die die zögerliche Politik von Katzian & Co. durch echten Klassenkampf ersetzen wollen. Um aufzuzeigen, dass diese Regierung die Politik der Kapitalist*innen macht und auch SPÖ und Grüne keine Alternative sind. All das ist mit Sicherheit nicht einfach und nicht konfliktfrei. Aber notwendig, wenn wir gewinnen und uns nicht nur besser fühlen wollen.

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