Vorwärts 78 - November 1997

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Artikel in dieser Ausgabe:

01.11.1997

Erster Sieg der MieterInneninitiative: Die Wohnung von Familie Sch. hat extremen Schimmelbefall mit gessundheitlichen Folgen. Die Heimstätte hat nun endlich reagiert, nachdem sogar Fernehsehen und Presse darüber berichteten. Mit den Reparaturen wurde begonnen. Das kann aber nur ein Anfang sein, denn mehr als  50 %  aller Wohnungen sind mit Schimmel befallen.

01.11.1997

In vielen Wiener Schulen gibt es keine sogenannten Normturnsäle, das bedeutet, daß nur ein eingeschränkter Turnunerricht möglich ist, und daß für einen adäquaten Turnunterricht in andere Turnsäle ausgewichen werden muß. So auch im GRG Rahlgasse. Die Schülerinnen und Schüler müssen in einen nahegelegenen Turnsaal in der Schleifmühlgasse im fünften Bezirk ausweichen.   Vom Stadtschulrat werden  mehrere hunderttausend Schilling pro Jahr für die Miete der Turnhalle aufgebracht. Die ‘Miete bekommt - logischerweise - der Eigentümer.

01.11.1997

Jahrelang hatte die Polizei völlig erfolglos nach dem rechtsextremen Briefbombenattentäter gefahndet. Jetzt wo Franz Fuchs von „Kommisar Zufall“ gefunden wurde, tischen uns Innenministerium und Kronen Zeitung täglich neue Märchen auf: Die Sprengsätze gegen Roma, FlüchtlingshelferInnen, PolikerInnen... hatten mit Politik gar nichts zu tun.

01.11.1997

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde der russischen Bevölkerung viel versprochen. Tatsache ist, daß die Wiedereinführung des Kapitalismus vor allem eines gebracht hat: Eine kleine Schicht Superreicher (oft gewendete Bürokraten) und enorme soziale Verschlechterungen für die Masse der Bevölkerung.

01.11.1997

Anfang Oktober kam ein Symbol für „Maastricht“-Europa, das in jüngster Zeit als Musterschüler gefeiert wurde, gehörig ins Wanken: Romano Prodi, Wirtschaftsprofessor, parteiloser Regierungschef der Mitte-Links-Koalition in Italien.

01.11.1997

Wir kennen die Bilder schon vom Golfkrieg: Hochspezialisierte Einheiten fallen mit wissenschaftlicher Präzission über ein „Objekt“ her. Diesmal wird der Diktator von Kasachstan, ein Ex-General der roten Armee, gefangen genommen. Emotionslos killen die „Special forces“ dabei einige dutzend Männer der Garde,  steigen in den Helikopter ein und schwirren wieder ab. Schnitt.

01.11.1997

Chronologie

(nach dem neuen Kalender)


1917
7.11.: Oktoberrevolution, Sturm auf das Winterpalais, Sturz der provisorischen Regierung, 2. Sowjetkongreß
9.-10.11. Verteidigung Petrograds gegen Kerenskis Kosakentruppen
25.11. Wahlen zur Konstituante (Bolschewiki 25 %, die „sozialistischen“ Parteien 62 %, die bürgerlichen 13 %).

1918
19.1. Auflösung der Konstituante
27.1. Gründung Rote Armee
03.3. Frieden von Brest Litowsk - großer Gebietsverzicht Rußlands
Beginn des Bürgerkrieges

1919

01.11.1997

Die russische Revolution war nach zehn Jahren zu einem Staat degeneriert, der von einer privilegierten, nationalistischen Bürokratie beherrscht und ausgepreßt wurde. Die objektiven Ursachen des stalinistischen Verrats an der Oktoberrevolution waren die kombinierte Wirkung der Rückständigkeit und der Isolierung des ersten ArbeiterInnenstaates. Die dramatische, fatale Entwicklung der Sowjetunion war nicht vorgezeichnet.

01.11.1997

“Nicht Verschwörer stürzten die bürgerliche Regierung...Die Legende vom Putsch der Bolschewiki hält der Berührung mit der geschichtlichen Realität nicht stand...Die Bolschewiki gelangten zur Macht, weil sie von Anfang an dem Bürgertum ablehnend gegenüberstanden, sich auf die Organe der Massen, die Sowjets, stützten” (der österreichische Sozialdemokrat Josef Hindels 1980).

01.11.1997

Europa steuert auf den Tag X - den Tag, an dem der Euro kommt - zu. Da es nach wie vor große Skepsis in der Bevölkerung gibt, wird „informiert“. Die Regierung „informiert“ wie schon beim EU-Beitritt einseitig, unkritisch und in altbekannter Jubelmanier. Aber auch andere Organisationen/Institutionen melden sich zu diesem Thema. Die jüngste Erscheinung unter dem Titel „Hart, Härter, EURO?“ stammt von der GPA, eine etwas ältere von der Industriellenvereinigung. Beide sind interessant, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

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Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr