Vorwärts 74 - Juni 1997

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Artikel in dieser Ausgabe:

01.06.1997

Das Wahlergebnis von 1995 bereitete der 50 lange Jahre andauernden Ära der ÖVP-nahen AG ein Ende. Ein instabiles „links-liberales“ Bündnis übernahm das Ruder. Jetzt besitzen die AG, die monarchistische JES und der rechtsextreme RFS  wieder die Mehrheit - allerdings mit nur 33 (von 65) Mandaten im österreichweiten StudentInnenparlament (Zentralausschuß - ZA).
Ursache ist v.a. der Einbruch bei den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS). Sie büßten 3 Mandate (von 13) ein. Der sozialdemokratische VSSTÖ gewann nur ein Mandat, und der KSV sicherte seine beiden ZA-Sitze.  

01.06.1997

Während ein NATO-Annäherungsversuch nach dem anderen unternommen wird, bekommt die Wochenzeitung “profil” Informationen über geheime Waffenlager des KGB in Österreich zugespielt, die davor nicht einmal der SPÖ-Innenminister zu Gesicht bekommen hat. Nachdem voriges Jahr die US-Waffenlager in Österreich ausgehoben wurden, soll jetzt ein weiteres Mal der Bevölkerung vor Augen geführt werden: Neutralität - die gab es ja eigentlich nie.

01.06.1997

Seit Blairs Sieg verzeichnet die Londoner Börse täglich neue Kurssteigerungen. Gleichzeitig zeigt sich New Labour nicht gewillt, von den Tories getroffene Sozialabbaumaßnahmen zurückzunehmen. Blairs Weg - ein Zukunftsmodell auch für andere     sozialdemokratische Parteien in Europa?

01.06.1997

Am 1. Mai besiegelte der Erdrutschsieg von New Labour das Ende der 18jährigen Tory-Herrschaft über Großbritannien. Mit nur noch 31 % der Stimmen und 165 (von 695) Abgeordneten ist dies das schlechteste Ergebnis der Tories, der ältesten und historisch erfolgreichsten bürgerlichen Partei der Welt, seit 1906. Schottland und Wales entsenden keinen einzigen Tory mehr ins Unterhaus.
Ein solcher Umschwung ist einmalig in der britischen Nachkriegsgeschichte. Selbst im Südosten des Landes, der einstigen Bastion des „Thatcherismus“, büßten die Tories 90 von 145 Sitzen ein.

01.06.1997

„Ich stehe zu meiner Brille“, ließ vor einiger Zeit Melanie von den Spice-Girls verlauten. Das ist bezeichnend für die Art von Frauenpower, die die vielen, plötzlich aus dem Boden gestampften Girlie-Bands propagieren. In Wirklichkeit sind das Frauen, die nur sexy sind und ein wenig die Stimme halten können. Von ihren Gegenstücken, den Boy-Groups, unterscheidet sie außer dem Geschlecht nicht viel.

01.06.1997

In der zweiten Aprilhälfte schloß die chilenische Regierung die Kohlemine in Lota (Südchile) und kündigte 1100 Bergarbeiter, die dort beschäftigt waren. In dieser vom Bergbau extrem abhängigen Region haben diese kaum eine Chance, neue Arbeit zu finden.

01.06.1997

Darüber, wie die praktische Gewerkschaftsarbeit aussieht und wie die chilenische Linke versucht, innerhalb der Gewerkschaft Widerstand zu organisieren, sprachen wir mit Kollegin Vilma ALVAREZ-PARADA. Sie ist Funktionärin der TextilarbeiterInnengewerkschaft und Mitglied der revolutionär-sozialistischen Gruppe ALTERNATIVA-MARXISTA (chilenische Sektion des Komitees für eine Arbeiterinternationale). Das Interview führte Michael Gehmacher, SOV-Gewerkschaftssprecher.

01.06.1997

Die Linke im allgemeinen und die Kommunistische Partei Chiles (PC) machen eine schwierige Phase durch. Die KP leidet darunter, trotz vier bis sechs Prozent Zuspruch, den Sprung ins Parlament nicht geschafft zu haben.  Sie ging zwar gestärkt aus den letzten Kommunalwahlen hervor, läuft aber trotzdem Gefahr, an allgemeiner politischer Bedeutung zu verlieren.

01.06.1997

Chile Anfang der 70er Jahre: Die regulär gewählte Volksfrontregierung unter Allende geht  daran, das soziale Elend der ArbeiterInnenklasse und der verarmten Schichten zu bekämpfen und amerikanische Konzerne zu verstaatlichen. 1973 putscht der Militärchef Pinochet mit Unterstützung des CIA den Traum vom parlamentarischen Weg zum Sozialismus hinweg und verwandelt das Land in eine Folterkammer. Wirtschaftlich wird Chile zum Versuchsfeld des Neoliberalismus.

01.06.1997

Im Zuge ihrer Kampagne für eine eigene FPÖ-Gewerkschaft lud die FPÖ am 28. Mai zu einer Veranstaltung der “Freien Gewerkschaft Österreichs (in Gründung)”. Als Redner waren Haider selbst, der neue “Arbeiterführer” Gaugg  und Kabas (Wr. Gemeinderat) angekündigt. Obwohl offensichtlich alle FPÖ-Funktionäre aus Wien und Umgebung angekarrt wurden, stand nur ein trauriges Häufchen vor der viel zu großen Bühne. Die selbsternannten Arbeiterführer drängten sich wegen des Regens unter Schirmen des Luxusautoherstellers Jaguar.

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Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr