Vorwärts 202 - Oktober 2011

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Artikel in dieser Ausgabe:

31.10.2011

Afrika ist der fruchtbarste Kontinent der Welt und bietet mehr Agrarfläche als jeder andere. Dennoch leiden ständig ca. 500 Millionen Menschen Hunger. Nach einer mehrjährigen Dürre ist Ostafrika (Äthiopien, Somalia, Dschibuti, Kenia) derzeit besonders betroffen: mehr als 12 Millionen Menschen sind akut betroffen, zehn Millionen auf der Flucht, weil sie nichts mehr zu Essen haben. Hunderttausende sind bereits tot, Millionen weitere davon bedroht. Die täglichen Katastrophen sind Medien und Politik hierzulande kaum noch Randnotizen wert.

31.10.2011

In Europa ist das Bild Afrikas seit Jahrhunderten gleich: Der Kontinent der mit „unserer“ Zivilisation nicht mithalten kann. Es muss „Entwicklungshilfe“ geleistet werden, damit er „aufholen“ kann. Tatsächlich gab es in Afrika Jahrtausende lang entwickelte Zivilisationen und Staaten.

31.10.2011

Das Bedürfnis, zu helfen, zeigt, dass Menschen nicht an sich schlecht sind. Aber die Ursache des Hungers ist der Kapitalismus, ein System, in dem eine herrschende Elite weltweit auf Kosten des Restes profitiert. Diese Elite nutzt das Bedürfnis, anderen zu helfen, um von den Ursachen des Hungers abzulenken. U.a. wird suggeriert, „wir“ würden auf Kosten der Hungernden in Wohlstand leben.

31.10.2011

"Der Imperialismus ist der Kapitalismus auf einer Entwicklungsstufe, auf der die Herrschaft der Monopole und des Finanzkapitals sich herausbildet, der Kapitalexport eine hervorragende Bedeutung gewonnen, die Verteilung der Welt durch die internationalen Trust begonnen hat und die Aufteilung des gesamten Territoriums der Erde zwischen den größten kapitalistischen Ländern abgeschlossen ist." (Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917).

31.10.2011

Seit 1979 geht die Ars Electronica dem künstlerischen Potenzial der digitalen Revolution sowie den aus den neuen Technologien resultierenden sozialen Konsequenzen auf den Grund. Heuer stand die Frage nach dem Ursprung allen Seins („origin“) im Mittelpunkt. 1986 wurde erstmals der Prix Ars Electronica an innovative NetzkünstlerInnen verliehen. Die Goldene Nica gilt mittlerweile als der Oscar of cyberarts, der digitalen Künste und Medien. 2009 ging der Preis in der Kategorie Digital Communities an eine kritische Blogger-Gemeinschaft aus Kolumbien.

31.10.2011

Was in den 1970er Jahren vor allem im 7. Wiener Gemeindebezirk begann, fand in anderen Teilen Wiens seine Fortsetzung. Dass die alten Biedermeier-Häuser damals zum Abriss freigegeben wurden, weiß heute kaum jemand von den BewohnerInnen des Spittelbergs. Unter anderem die Besetzung des „Amerlinghauses“ verhinderte, dass ein neues Viertel aus dem Boden gestampft wurde. Aus den alten Häusern wurde innerhalb weniger Jahre ein IN-Grätzl, das jetzt zum Weltkulturerbe zählt. Von den damaligen BewohnerInnen könnte sich heute niemand mehr die Miete leisten.

31.10.2011

Dietrich Mateschitz war ursprünglich bloßer Linzenzinhaber eines thailändischen Energydrinks und ist nunmehr einer der reichsten Männer Österreichs. Er gilt wohl als ehrenwerter Mann - wie sonst könnte es sein, dass er sein(?) Vermögen gar so üppig unter das sportelnde Volk bringt!

21.10.2011

Bei einem Vortrag über Gewaltprävention in Toronto sagte ein Polizist im Jänner 2011, Frauen sollen sich nicht „wie Schlampen“ kleiden, um nicht vergewaltigt zu werden. Damit machte er Frauen (mit)verantwortlich für sexuelle Übergriffe. Das löste weltweit in über 50 Städten Proteste aus. Auch in Wien ist ein „Slutwalk“ geplant. Mit dem Begriff „Schlampenmarsch“ prangern Frauen die sexistische Doppelmoral an. Egal ob kurzer Rock oder Rollkragenpulli – Nein heißt nein!

21.10.2011

Vorwärts: Du warst bei den Protesten gegen Sarrazin - das passt nicht zu dem Bild, die Jugend wäre unpolitisch.

Gabriel (Schüler in Wien): Wenn wir uns den Alltag in Schule, Arbeit oder sonstwo ansehen, ist es eigentlich schwer, ein wirklich unpolitisches Thema zu finden. Aber dann werden Jugendliche bei politischen Protesten mit lächerlich begründeten Anzeigen nach Hause geschickt, oder sogar von der Straße geprügelt.

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