Vorwärts 72 - April 1997

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Artikel in dieser Ausgabe:

01.04.1997

Am 15.3. versuchte Haider sein “Jugendprogramm” in der Wiener Disco Nachtwerk zu präsentieren. JRE u. a. Gruppen riefen zu einer Gegenkundgebung (100 TeilnehmerInnen) vor den Toren des Tanztempels, bei der BesucherInnen aufgefordert wurden, nicht an der Haiderveranstaltung teilzunehmen. Nahezu 50% der ankommenden Jugendlichen hatten keine Lust auf rassistisches Geschwätz statt heißer Discomusik. Für Haider ein Reinfall, er konnte fast ausschließlich FPÖ-FunktionärInnen mit seiner Rede erreichen. JRE hingegen gewann mehrere neue AktivistInnen.

01.04.1997

In den letzten Wochen und Monaten schwappte eine nie dagewesene Welle rassistischer Hetze, Verleumdungen und Verdrehungen über Österreich. TrägerInnen dieser Hetze finden sich in allen möglichen Bereichen. VorreiterInnen sind natürlich wieder einmal FPÖ-FunktionärInnen und KRONE-JournalistInnen. Doch auch bei SPÖ und ÖGB stehen rabiate Rassisten an vorderster Front.

01.04.1997

Der Zusammenbruch von dubiosen Finanzanlagefirmen hat in dem drei Millionen Einwohner zählenden Albanien eine Revolte ausgelöst. Wochenlange Auseinandersetzungen führten zu einer weitgehenden Auflösung der staatlichen Strukturen. Ist wieder einmal ein Balkanvolk verrückt geworden, wie uns Krone & Co. weismachen wollen, oder geht es da doch um etwas anderes?

01.04.1997

Das Ende der Ära Kohl hat begonnen. Kaum ein Tag in den letzten Wochen ohne wütende Proteste von ArbeiterInnen gegen Arbeitsplatzvernichtung und Sozialabbau: Nach dem Anstieg der Arbeitslosigkeit allein im Januar um eine halbe auf 4,7 Millionen und wegen der durchgeführten und geplanten Kürzungen reißen die streikenden und demonstrierenden Bergleute, Bauarbeiter und Stahlkocher die Regierung in die tiefste Krise seit Jahren.

01.04.1997

Pornographie als Befreiung von sexueller Unterdrückung, jede Menge Klischees eines Amerikas, wie es sich selbst gern sieht und banale, peinliche Dialoge: Larry Flynt - die nackte Wahrheit. So einen Film Ende der 90er Jahre zu drehen ist dabei das einzig Skurrile bzw. Bemerkenswerte.

01.04.1997

In Zeiten einer stagnierenden Weltwirtschaft und sinkender Wachstumszahlen scheinen die asiatischen Tigerstaaten den Ausweg aus der Krise zu zeigen. Dem Aufstieg von Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur wird nun eine doppelte Funktion zugewiesen: Einerseits sollen sie als Beispiel dafür dienen, wie’s geht, andererseits wird gehofft, daß Südostasien den Karren der Weltwirtschaft aus dem Dreck zieht.

01.04.1997

Die KP Chinas kam 1949 an der Spitze der Volksbefreiungsarmee, die sich vor allem auf Bauern stützte, an die Macht. Sie führte einen entschlossenen Kampf gegen den japanischen Imperialismus und konnte gerade dadurch ihre Anhängerschaft unter der Landbevölkerung ausbauen. Die chinesische Bourgeoisie war unfähig, die drängendsten Probleme des chinesischen Volkes zu lösen - den Großgrundbesitz abzuschaffen, eine Landreform und China von der imperialistischen Unterdrückung und Beherrschung insbesondere durch Japan zu befreien.

01.04.1997

Der Tod von Deng Xiaoping, dem Architekten der kapitalistischen Restauration in China, und die Eingliederung Hong Kongs am 30.6.97 bedeuten einen neuen Abschnitt in der Geschichte Chinas. Die 1978 eingeleiteten marktwirtschaftlichen Reformen werden als Erfolfgsstory sondergleichen präsentiert. Westliche PolitikerInnen fanden nach Dengs Tod fast nur gute Worte für diesen Mann, der Profit und Diktatur zu vereinbaren wußte.

01.04.1997

Bundeskanzler Viktor Klima hat ein Neun-Punkte-Programm für mehr Arbeitsplätze vorgestellt. Mit diesem Programm vollzieht er programmatisch eine Wende, die realpolitisch schon längst stattgefunden hat. Eine Wende zugunsten der Unternehmer!

01.04.1997

Die Bundesregierung hat beschlossen, Sonntagsarbeit kollektivvertraglich zuzulassen, „wenn dies zur Verhinderung eines wirtschaftlichen Nachteils sowie zur Sicherung der Beschäftigung erforderlich ist“. Somit wird der 1855 erkämpfte freie Sonntag abgeschafft. Denn eine „Begründung“ ist bald herbeigezaubert. Ein Standortnachteil ist schon konstruiert, wenn irgendwer in der EU am Sonntag eine Semmel bäckt, wenn irgendwo ein Geschäft geöffnet ist. Schon machen Opel in Aspang und Phillips Investitionen bzw. die Produktion von der Sonntagsarbeit abhängig.

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Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr