Zahlen und Fakten: Die moderne Barbarei

2017 ist die Kriegsgefahr in vielen Teilen der Welt wieder so gegenwärtig wie es viele nach dem Ende des kalten Krieges nicht mehr für möglich gehalten hatten. Mit dem Ukraine-Konflikt, dem Wettrüsten im Pazifik, Nordkorea und dem Syrien-Konflikt gibt es gleich mehrere Regionen weltweit, in denen sich Supermächte gegenüberstehen. Totgeglaubte Phänomene wie Putsch und politischer Mord in Regierungsauftrag sind wieder Teil der Nachrichten.

 

Auf den Philippinen zum Beispiel herrscht seit Mai 2016 Präsident Duterte. Seit der demokratischen Wende von 1986 galten die Philippinen eigentlich als relativ stabiler Rechtsstaat, der neue Präsident Duterte hat aber selbst mit dem Schein dessen gebrochen. Sein „Krieg gegen Drogen“ kostete bereits ca. 7000 Menschen das Leben. Eine genaue Zahl ist nicht möglich, weil das Morden von meist völlig willkürlich ausgesuchten Opfern gemäß des Präsidenten-Aufrufs „auf Sicht“ passiert. Todesschwadronen terrorisieren besonders die Armen-Viertel. Zusätzlich gilt auf den Philippinen seit Mai 2017 für ein Drittel des Landes das Kriegsrecht – offiziell, um gegen eine lokale Islamisten-Miliz zu kämpfen. Darunter leiden die Pressefreiheit und die Opposition aber landesweit.

 

Die Pressefreiheit verschlechtert sich auch im weltweiten Trend deutlich, so „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) 2017: Drastische Beispiele sind Russland oder Ägypten, aber auch in der EU sind mit Ungarn und Polen Länder, in denen sich die Lage für JournalistInnen extrem verschlechtert hat. Die Türkei hat sich in den letzten 12 Jahren um 57 Plätze in der ROG-Rangliste verschlechtert. Auch in Österreich werden JournalistInnen, zum Beispiel an der Berichterstattung bei Demonstrationen, durch die Polizei behindert oder das Asyl-Lager Traiskirchen mit Informationssperre belegt.

 

Kurz nach Beginn der Wirtschaftskrise erhöhten sich die Anzahl und Intensität bewaffneter Konflikte weltweit. Laut „Global Peace Index“ verdreifachte sich die Zahl der Kriegs-Toten von 2010 bis 2014. 2014 war mit schätzungsweise 113.000 das Jahr mit den meisten Kriegs-Toten seit dem kalten Krieg.

 

Entsprechend stieg auch die Zahl der Menschen auf der Flucht. Laut UNHCR waren es 2008 noch 25 Millionen – 2016 bereits 54 Millionen, inklusive derer, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind. Das ist die höchste Zahl seit 1945.

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

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