Kurznachrichten aus Betrieb & Gewerkschaft: Caritas * Jobabbau in NÖ * VKKJ

Ausgabe September 2019
VORWÄRTS

Bildquelle: Wir sind sozial, aber nicht blöd.

Caritas: kampflose Einigung

Die Auslagerung der Caritas-Reinigungskräfte in das Tochterunternehmen „magdas“ bringt den Wechsel in einen schlechteren Kollektivvertrag (KV). Lohnverluste für bereits bei der Caritas beschäftigte Reinigungskräfte konnten abgewendet werden, nachdem „Sozial, aber nicht blöd“ eine öffentliche Diskussion über den Angriff angestoßen hatte. Der Betriebsrat organisierte eine Betriebsversammlung, die Belegschaft der Caritas solidarisierte sich mit den Reinigungskräften, was auch Betriebsrätin Wurzer im ORF betonte. Nun kam es zum kampflosen Kompromiss durch den Betriebsrat. Der Deal kam ohne Einbeziehung der Betroffenen zustande und lässt viele Fragen offen. Wenn die Einigung bleibt, ist fix: Neue Beschäftigte bekommen rund 25% weniger Gehalt für die gleiche Arbeit. Und die Belegschaft wird in zwei KVs gespalten.

Jobabbau in Niederösterreich?

Ein Industriekonzern mit 13 Standorten in 10 Ländern auf drei Kontinenten will in seinem Werk in NÖ 50-70 Stellen streichen. Die Betriebsrats (BR)-Mehrheit um einen Vorsitzenden, der FPÖ-Mitglied ist, will das hinnehmen. Sein zentrales Versprechen bei der BR-Wahl 2019 war: Mehr Transparenz, keine Hinterzimmer-Deals mehr. Jetzt stellt er sich gemeinsam mit der Liste des ÖVP-nahen Ex-BR-Vorsitzenden sogar dagegen, eine Betriebsversammlung zu organisieren. Betriebsrat und SLP-Aktivist Thomas Hauer bekämpft diese entmündigende BR-Politik. Er tritt für eine Betriebsversammlung als ersten Schritt ein. Dort muss der geplante Angriff erklärt und diskutiert werden, welche Palette an Möglichkeiten es gibt, sich zu wehren und welche von diesen Möglichkeiten die Beschäftigten selbst nutzen wollen. Updates folgen in der VORWÄRTS und auf www.slp.at

VKKJ: Klage abgewehrt

VKKJ, ein Wiener Sozialbereichsbetrieb, weigert sich, Beschäftigte laut Kollektivvertrag (KV) zu bezahlen. Auf eine Protestkundgebung von Betriebsrat (BR) und Beschäftigten gemeinsam mit der GPA-djp vor der Firmenzentrale reagierte die Firma mittels Unterlassungsklage: So sollte der BR gezwungen werden, auf weitere Proteste zu verzichten. Mittlerweile ist die Klage zurückgezogen. Der Kampf um KV-Löhne geht weiter.

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