Zahlen und Fakten: Arbeitszeit in Österreich

  • In kaum einem anderen EU-Land wird so lange gearbeitet wie in Österreich. Nur in Griechenland und Großbritannien gibt es längere Arbeitszeiten. Während die Arbeitshetze ansteigt, nimmt die Teilzeitarbeit zu. 2004 arbeiteten 20% hierzulande Teilzeit. 2014 waren es schon 27%. Ohne Lohnausgleich.
  • Ursache der langen Arbeitszeiten sind v.a. die vielen Überstunden. Die sind nötig, weil 46 % kaum oder nicht mit ihrem Einkommen auskommen. Über 60 Millionen Überstunden pro Jahr werden allerdings nicht bezahlt und insgesamt rund 1,8 Millionen Wochenarbeitsstunden werden mehr gearbeitet als gewünscht. Überstunden sind also keineswegs freiwillig.
  • Rund 45% aller Menschen sind neben dem Beruf ehrenamtlich aktiv in Katastrophenschutz, Bildungs-, Rettungs- und Gesundheitswesen, Integrationsarbeit, Kultur- und Sporteinrichtungen, politischen und religiösen Einrichtungen etc. Es werden hier pro Jahr geschätzte 15 Millionen unbezahlte Arbeitsstunden geleistet.
  • Das österreichische Arbeitszeitgesetz sieht eine wöchentliche Normalarbeitszeit von 40 Stunden, verteilt auf 8 Stunden pro Tag vor. Die letzte kollektivvertragliche (nicht gesetzliche!) Arbeitszeitverkürzung auf 38,5 Stunden gab es in den 1980er Jahren.
  • Nach sechs Stunden Arbeit ist eine Pause von mindestens 30 Minuten vorgeschrieben. Nach Beendigung der Arbeitszeit soll elf Stunden geruht werden. Kollektivverträge können diese Pause auf acht Stunden verkürzen.
  • Im Schichtdienst, bei Arbeitszeiten mit hohem Reiseanteil oder wenn einem Unternehmen ein „unverhältnismäßiger wirtschaftlicher Nachteil droht“ sind 12 Stunden Arbeitstage schon jetzt zulässig. Das Krankenanstalten-Arbeitsgesetz und auch der Öffentliche Dienst erlauben eine Tagesarbeitszeit bis zu 13 Stunden. Zusätzlich sind verlängerte Dienste erlaubt. Pflegekräfte dürfen 25 Stunden, ÄrztInnen 32 Stunden am Stück arbeiten.
  • Das Unfallrisiko steigt ab der 7. geleisteten Arbeitsstunde massiv an, nach einem 12-Stunden-Tag ist es doppelt so hoch. Auch körperliche Beschwerden nehmen ab diesem Zeitpunkt zu. Der Organismus braucht ca. drei Tage, um sich von einem 12-Stunden-Tag so zu erholen.

 

Der ganze Schwerpunkt zum (Klassen)kampf um die Arbeitszeit:

  • Der (Klassen)kampf um die Arbeitszeit von Karin Karin Wottawa

https://www.slp.at/artikel/der-klassenkampf-um-die-arbeitszeit-8651

  • Her mit der 30h Woche bei vollem Lohn! Von Christian Bunke

https://www.slp.at/artikel/her-mit-der-30-stunden-woche-bei-vollem-lohn-8652

  • Marx aktuell: "Normalität" des Achtstundentagen von Thomas Hauer

https://www.slp.at/artikel/marx-aktuell-%E2%80%9Enormalit%C3%A4t%E2%80%9C-des-achtstundentages-8653

  • Zahlen und Fakten: Arbeitszeit in Österreich

https://www.slp.at/artikel/zahlen-und-fakten-arbeitszeit-in-%C3%B6sterreich-8654

  • Geschenkt ist nix – Arbeitszeitverkürzung erkämpfen! Von Manuel Schweiger

https://www.slp.at/artikel/geschenkt-ist-nix-arbeitszeitverk%C3%BCrzung-erk%C3%A4mpfen-8655

Der Wahnsinn des Kapitalismus

Auch auf Facebook!

6.10.2017

Der Wahnsinn des Kapitalismus: immer wieder wird beklagt, es gäbe wegen der Sozialleistungen ja keinen "Anreiz" zu arbeiten. Jüngst äußerte sich auch Eliten-Kandidat Kurz diesbezüglich. Mal ganz...mehr