Schutz am Arbeitsplatz darf nicht eingeschränkt werden!

Stefan Gredler

Die Arbeitgeber haben ein neues Feindbild entdeckt: Das Arbeitsinspektorat. Warum ist Arbeitsschutz und dessen Kontrolle auf Einhaltung aber wichtig? Immer noch gibt es viel zu viele Arbeitsunfälle: 2015 (letzte veröffentlichte Zahlen) waren es 104.312, davon 149 tödlich. In vielen Sektoren kann Arbeit lebensgefährlich werden, Beispiel Bahn: Arbeitet man am Gleis, kann die Sogkraft eines Zuges jemanden aus meterweiter Entfernung in die Waggons reißen. Bei Verschubarbeiten können Menschen zwischen die Puffer von Verschubwaggons kommen. Ob bei unmittelbar lebensgefährlichen Situationen oder dauerhafter gesundheitlicher Belastung – Arbeitsschutz ist nicht nur zu verteidigen, er muss ausgebaut werden! Es reichen dabei aber nicht nur Regelungen am Papier, die dann im Falle des Falles die Verantwortung den „bereits informierten“ ArbeitnehmerInnen sogar noch umhängen. Was es zusätzlich braucht ist, statt steigendem Arbeitsdruck und 12-Stunden-Tag, eine dringende Entlastung durch Arbeitszeitverkürzung. Durch kürzere Arbeitstage und mehrere Arbeitsplätze wäre jedeR weniger unter Druck. Fehler steigen laut Studien massiv ab der 8. Arbeitsstunde an - und diese Fehler können tödlich sein.

Mehr zum Thema: 
Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Nachrichten aus dem Quarantäne-Kapitalismus

Auch auf Facebook!

25.03.2020

Die Coronoa-Krise trifft alle, aber nicht alle gleich  Aktuell rücken die Lebens- und Arbeitsrealitäten von uns allen näher zusammen. WAS wir konkret für einen Job machen ist gerade...mehr