Metaller-KV: Auftakt für kommende Kämpfe?

Gewerkschaftlicher Angriff ist die beste Verteidigung gegen Regierung und Unternehmen!
Thomas Hauer

Am 20. September beginnen die Kollektivvertragsverhandlungen in der Metallindustrie. Das Besondere daran ist, dass sie mitten im Wahlkampf stattfinden. Interessant sind heuer nicht nur höhere Löhne, sondern auch die Bedrohung einer neuen Regierung. Eine Konstellation, die sich viele UnternehmerInnen wünschen, ist Türkis (also Schwarz)-Blau, die aktuell gute Chancen hat, die Regierung zu stellen. Eine zentrale Forderung der Bosse ist seit längerem eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Das würde für uns nicht nur mehr Belastung bedeuten, sondern auch Lohnverlust durch das Wegfallen von Überstundenzuschlägen. Die KapitalistInnen reden von „Sicherung des Standortes“ und Flexibilisierung. Das bedeutet Arbeitsplatzabbau für uns, da weniger Leute, aber dafür flexibler (und billiger) eingesetzt werden können.

Der ÖGB fordert korrekt eine 35 Stundenwoche. Das darf aber nicht die Vorbereitung auf einen billigen Kompromiss sein, sondern muss konsequent zu einer längst fälligen Arbeitszeitverkürzung führen. Diese ist auch durch den ständig steigenden Arbeitsdruck längst überfällig. Bei den Verhandlungen mit der Wirtschaftskammer zum Mindestlohn ist das Potential zumindest aufgeblitzt. Die Herrschenden (Politik und Kapital) gehen immer aggressiver auf unsere erkämpften Rechte los. Wenn das die Gewerkschaftsführung nicht sehen will, müssen wir ihr das durch Druck von unten verständlich machen. Auch dass sie die anstehenden Verhandlungen als Vorbereitung zur Gegenwehr nutzen muss. Sie muss aufhören, nur von unserer Stärke zu reden und diese auch in Form von Streiks zeigen. Es müssen Betriebsversammlungen und Kundgebungen abgehalten werden, um die Beschäftigten auf die Lohnverhandlungen vorzubereiten. Wir müssen Mobilisierungsfähigkeit schaffen, um auf Angriffe der KapitalistInnen mit Streiks und Demonstrationen zu reagieren. Der ÖGB muss zur ersten Organisation werden, die die Angriffe abwehrt. Je mehr wir jetzt durch offensive Kämpfe erreichen, desto besser sind wir für die Verteidigung der Errungenschaften aufgestellt!

 

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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