Frisch gekämpft ist halb gewonnen: Reinigungspersonal streikt in Londoner Spitälern

Christian Bunke

Im August wurden in London vier Krankenhäuser bestreikt. Die dort arbeitenden Reinigungskräfte forderten eine Erhöhung des Stundenlohnes um 30 Cent. Die haben sie noch nicht erreicht. Es kann gut sein, dass weitere Streiks nötig sind. Und doch kann man von diesem Arbeitskampf viel lernen. Die Streikenden sind beim Serco-Konzern angestellt. Das ist ein multinationales Unternehmen, welches von der Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen profitiert. Serco hat den Vertrag für die Reinigung der bestreikten Krankenhäuser. Serco versuchte zu sparen, wo es nur geht. Es wurden Stellen abgebaut und dem Personal gleichzeitig mehr Arbeit aufgedrückt. Teilweise konnten ganze Flure nur mit Wasser gewaschen werden – Putzmittel wurden eingespart. Die Beschäftigten gingen dagegen auf die Straße. Sie organisierten jeden Tag lebendige Streikkundgebungen. Auf diesen redeten andere GewerkschafterInnen und sogar prominente PolitikerInnen aus der Labour-Partei. Zum Höhepunkt des Streiks wurde ein gemeinsamer Aktionstag mit Beschäftigten anderer Berufsgruppen organisiert, die ebenfalls in London Arbeitskämpfe führten. Tausende beteiligten sich an Demos. Der Aktionstag wurde von demokratisch gewählten Streikkomitees organisiert. „London United“ war der Titel des Aktionstages. Damit ist gemeint, dass es Sinn macht, Arbeitskämpfe verschiedener Berufe zusammenzuführen. So stärkt man sich gegenseitig und erhöht den Druck auf die ArbeitgeberInnen. Davon kann sich der ÖGB eine Scheibe abschneiden!

 

 

 

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