Bettelverbot & Protest

In Salzburg regt sich trotz Hetze Widerstand gegen die unsoziale Politik der Stadtregierung
Lukas Kastner

Rechtzeitig zur Festspielzeit beschlossen am 20. Mai ÖVP, FPÖ und SPÖ in Salzburg ein örtlich begrenztes Bettelverbot. Dadurch sollen BettlerInnen aus weiten Teilen der Altstadt, die sich den reichen Gästen schmuck präsentieren will, vertrieben werden.

Sie zeigen hiermit offen ihre Verachtung von sozial Schwachen. Doch gegen diese ekelhafte Politik gibt es auch Widerstand. Am 19.05. versammelten sich rund 60 Menschen vor dem Schloß Mirabell, um ihrem Ärger über das unsoziale Verbot Luft zu machen. Am 20. Mai gab es vor dem Rathaus einen stillen Protest. Am 2. Juni (Inkrafttreten des Verbotes) protestierten ca. 150 Menschen auf dem Platzl.

Trotz der jahrelangen Hetze von Politik und Medien gibt es Menschen, die sich mit den BettlerInnen solidarisieren. Besonders wichtig ist, dass BettlerInnen selbst aktiv an den Protesten teilnahmen.

Die SLP war zentraler Bestandteil der Proteste. Gemeinsam mit Phurdo (Verein zur Unterstützung der BettlerInnen) organisierten wir die zwei Kundgebungen. "Mit der Kriminalisierung von Armen versucht die Stadt von ihrer eigenen katastrophalen Kommunal- und Sozialpolitik abzulenken", betonte Stefan Reifberger, Mitglied der SLP. Am 18. und 26. Juli finden anlässlich der Salzburger Festspiele weitere Proteste statt, um die Welt von Glanz und Glamour mit dem sozialen Elend in Salzburg zu konfrontieren.

 

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