Rote Seitenblicke: Heumarkt

Stefan Gredler

Während in Wien in den letzten 5 Jahren die Mieten um rund 20% gestiegen sind und viel zu wenig leistbarer Wohnraum geschaffen wird, küsst Rot&Grün den Wohnspekulanten die Füße. Das Grundstück zwischen dem Hotel Intercontinental und dem Konzerthaus wurde vor Jahren schon weit unter dem Marktwert um 4,2 Mil. € verkauft. Dieser Verkauf steht in Verbindung mit fragwürdigen Deals des Wiener Stadterweiterungsfonds – es wird im Umfeld des Parteiensumpfs seit Ende des letzten Jahres wegen Korruption ermittelt. Mittlerweile gehört das Heumarkt-Areal dem Immobilien-Hai Michael Tojner, der nun um 210 Mil. € (!) ein neues Hotel bauen und den Eislaufverein erneuern will. Dabei soll ein Turm entstehen, der die höchstzugelassene Höhe überschreitet – die UNESCO droht mit dem Entzug des Weltkulturerbes. Nachdem die Grünen ihre Jugendorganisation rausschmeißen, pfeifen sie noch auf die eigene Mitgliedschaft, die sich bei einer Urabstimmung (nur 1500 Mitglieder) knapp gegen das Projekt ausspricht. Die Wiener Grünen-Chefin Vassilakou versichert daraufhin, dass ihre Gemeinderäte für dieses Projekt mit der SPÖ stimmen werden. Und Ende Mai war dies dann auch der Fall. Wenn wir echte linke Wohnungspolitik haben wollen, stehen uns SPÖ&Grüne im Weg. Die Stadt sollte Grund nicht für Millionen-Projekte irgendwelcher Privater verscherbeln, sondern die Bevölkerung entscheiden lassen, was wir wie gebaut haben wollen. Für unsere Bedürfnisse (öffentliche Wohnungen, Schulen, Spitäler,..) und nicht für ihre Profite!

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