Neuer Aufstand am Nil

ÄgypterInnen fühlen sich um die Früchte der Revolution betrogen
Harald Mahrer

Zwei Jahre nach dem Sturz Mubaraks sind die zentralen Forderungen („Brot, Freiheit und Würde“) nicht erfüllt. Der Alltag 2013 zeigt: Die wirtschaftliche Lage ist schlechter geworden, die korrupte Elite Mubaraks wurde durch nicht minder korrupte und unfähige Günstlinge des neuen Regimes ersetzt und die Polizei ist so brutal wie eh und je.

Mursi polarisiert durch eine „schleichende Islamisierung“ und ist nicht in der Lage, die drängendsten wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Er versucht dringend benötigtes Geld vom IWF zu erhalten und hat dafür zugestimmt, die Subventionen auf Brot zu reduzieren. Bislang hat die Regierung diese Kürzung aus Angst vor einer Massenrevolte nicht umgesetzt und daher noch kein Geld bekommen.

In den massiven Protesten, die seit Ende Jänner nicht nur Kairo, sondern das ganze Land erschüttern, wird deutlich, dass die Bewegung vor einem Scheideweg steht. So schallt weiter der Ruf „Erhal“ („Hau ab“) über den Tahrir-Platz. Auf die Frage, was danach kommen solle, ist die meistgehörte Antwort: „Ich weiß nicht“.

Denn einerseits wächst die Opposition gegen Mursi, andererseits ist es bislang nicht gelungen, eine Partei, die wirklich die Interessen der arbeitenden Bevölkerung repräsentiert, zu etablieren, die über religiöse Trennungen hinweg ArbeiterInnen im Kampf für gewerkschaftliche und demokratische Rechte verbindet und die Verstaatlichung der Banken und Konzerne zum Wohle der Bevölkerung fordert.

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