Frisch gekämpft: 100 Jahre Jännerstreik

Stefan Gredler

Vor 100 Jahren kam es im Jänner zu einer revolutionären Streik-Bewegung in Österreich. Von der Russischen Revolution inspiriert und von den langen Kriegsjahren gezeichnet, schlugen die ArbeiterInnen und Soldaten hierzulande ordentlich auf den Tisch. Es begann mit einem Streik im Daimler-Werk in Wr. Neustadt, der sich auf alle Industriezweige der gesamten Habsburg-Monarchie ausbreitete. Der Streik war vor allem ein politischer. Die russischen RevolutionärInnen appellierten an die ArbeiterInnen der kriegsführenden Länder, sich gegen ihre Regierungen zu erheben, um sofortigen Frieden zu erkämpfen – der Jännerstreik war eine bewusste Antwort darauf. Die ArbeiterInnen organisierten sich in Räten, starteten eine enorme Streikwelle und brachten die Monarchie ins Wanken. Die Räte organisierten nach russischem Vorbild zeitweise Industrie, Nahrungsversorgung, Transport und selbst Wohnraum. Auch andere Länder wie Deutschland und Ungarn folgten. Die Führung der Sozialdemokratie stellte sich allerdings bewusst gegen die revolutionäre Bewegung und setzte auf bürgerliche Republik statt sozialistischer Revolution. Die Bewegung wurde letztendlich ausgebremst, vereinnahmt und zerschlagen. Es fehlte ein revolutionärer Flügel, eine revolutionäre Partei wie die Bolschewiki in Russland. Die Jännertage in Österreich 1918 zeigen aber, welche Macht ArbeiterInnen haben, wenn wir uns gemeinsam wehren. Auch hierzulande! 

 

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