Demonstrieren statt Blumenstrauß

Tilman M. Ruster

Seit über 100 Jahren gibt es nun schon den internationalen Frauentag und seit 1917 begehen ihn SozialistInnen und Frauenrechts-AktivistInnen in aller Welt am 8. März. Heute gilt der 8.3. Vielen als Anlass um Blumen zu verschenken, tatsächlich ist es aber ein Kampftag!

In diesem Jahr nahm die SLP den Frauentag zum Anlass für die Kampagne „Nicht mit mir! - Gemeinsam gegen Rollenklischees, dumme Sprüche und sexistische Werbung“. Ziel war es besonders junge Frauen für den Kampf gegen Sexismus und Kapitalismus zu gewinnen. So verteilten wir Flyer vor Schulen und Unis und mobilisierten zu Demos und Aktionen. In diversen Einkaufszonen überklebten wir öffentlich sexistische Plakate um so dagegen zu protestieren. In Wien demonstrierten wir vor einem Geschäft für Mädchen-Untergrößen, das junge Frauen bewusst zur Magersucht „ermutigt“. In Salzburg organisierten SLP-AktivistInnen am 8. März eine Infoaktion um auf die Situation von Frauen in Österreich heute aufmerksam zu machen, die noch immer oft unterdrückt und benachteiligt werden. Anschließend nahmen wir gemeinsam an der Frauentags-Demo teil. „Frauen und Männer demonstrierten gemeinsam, was die sowieso schon tolle Demo noch politisch aufwertete, denn es ist ein gemeinsamer Kampf!“, meint Karin, 39, über die Demo in Graz. Auch in Linz und Wien waren wir bei den Demos dabei. Tags darauf hielten wir in Wien ein Seminar zu Frauenrechtsthemen ab. Dabei wurde klar, dass die Wirtschafts-Krise auch erkämpfte Frauenrechte wieder bedroht. So wurde in Spanien das Recht auf Schwangerschaftsabbruch auf den Stand der Franco-Diktatur zurück gesetzt und auch in Österreich werden Frauen, die eine Abtreibung durchführen lassen wollen, noch von vielen Spitälern abgewiesen. Überhaupt drängen bürgerliche PolitikerInnen und Medien in Zeiten von Kürzungen im Gesundheits- und Bildungssystem Frauen wieder in die Rolle der Hausfrau und Mutter.

Gemeinsam gingen wir den Ursachen von sexistischer Werbung und Schönheitswahn nach und tauschten Erfahrungen aus dem Alltag aber auch aus früheren Frauenrechts-Kampagnen aus. Die intensiven Debatten waren eine gute Vorbereitung auf die kommenden Bewegungen. Aus theoretischem Wissen wird jetzt praktische Aktion!

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