Besetzung rettet Jobs

Es gibt Alternativen zu Jobabbau und Betriebsschließungen – diese müssen aber erkämpft werden.
Manuel Schwaiger

Ende November waren 430.000 arbeitslos, 70.000 mehr als 2019. Es trifft neben Gastro und Tourismus zunehmend auch Handel und Industrie wie FACC, ATB oder MAN. Die Frage, was dagegen getan werden kann, stellt sich akut. Denn wer kommt schon lang mit 55 % des Lohns als Arbeitslose über die Runden?

In Zeiten der Krise scheint Widerstand schwierig, einen vor der Schließung stehenden Betrieb bestreiken wirkt zahnlos. Doch bei genauerer Betrachtung sieht es anders aus. Bei Betriebsschließungen geht es häufig um eine Produktionsverlagerung in Billiglohnländer (z.B. MAN). Konzerne sind auf Lagerbestände und Maschinen angewiesen, durch Betriebsbesetzungen/Streiks kann wirtschaftlicher Druck aufgebaut werden. Gerade bei Schließungen, die ganze Städte/Regionen betreffen, ist es möglich, durch Einbindung der Bevölkerung politischen Druck auszuüben. Bei der nordirischen Werft Harland & Wolff wurde die Schließung durch eine 9-wöchige Besetzung verhindert.

Auf politischer Ebene gilt es zu fragen: Was ist das für ein System, in dem es einer so sinnlosen Verschwendung menschlicher Kreativität wie Arbeitslosigkeit erlaubt wird, zu existieren? Die Alternative zu Jobabbau und Betriebsschließung ist die entschädigungslose Übernahme durch die öffentliche Hand und die Weiterführung unter Kontrolle der Beschäftigten und die Einbindung in eine Planung zum Wohle der Gesellschaft.

 

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Nachrichten aus dem Quarantäne-Kapitalismus

Auch auf Facebook!

25.03.2020

Die Coronoa-Krise trifft alle, aber nicht alle gleich  Aktuell rücken die Lebens- und Arbeitsrealitäten von uns allen näher zusammen. WAS wir konkret für einen Job machen ist gerade...mehr