Arbeitskampf bei Bilfinger?

Gerhard Ziegler - Alter und neuer Betriebsratsvorsitzender bei Bilfinger Shared Services Österreich

Anfang Mai wurden die Beschäftigten vom Management informiert, dass die drei Bilfinger-Gesellschaften Chemserv (am Chemiepark Linz), VAM (in Wels) und Shared Services (in Linz am Rande des VOEST-Geländes) fusioniert werden und das Personalmanagement verkauft wird, da das Personalleasing-Geschäft eingestellt wird.

Die Information kam völlig überraschend. Laut Management würden sich die operativ tätigen Firmen VAM und Chemserv mit ihrer Produktpalette gut ergänzen, ein gemeinsamer Marktauftritt beiden Teilen zusätzliche Chancen eröffnen. € 4 Millionen Einsparungen aus „Synergie-Effekten“ sollten nicht aus Kündigungen oder Lohnkürzungen, sondern aus der Nicht-Nachbesetzung von „natürlichen Abgängen“ kommen.

Geglaubt hat das so niemand. Darum haben wir Betriebsratsvorsitzenden der betroffenen Gesellschaften zusammen mit VertreterInnen der Gewerkschaften gpa/djp und PRO-GE sowie der Arbeiterkammer (Jurist) ein gemeinsames Betriebsratsgremium gebildet, das vom Management genaue Informationen eingefordert hat. Lange wurden wir mit Diskussionen über die geplante Organisationsstruktur hingehalten, bis Ende August die Katze aus dem Sack gelassen wurde: Es geht tatsächlich um eine Absenkung bei den Kollektivverträgen.

Die neue Firma soll in elf Betriebe gemäß Arbeitsrecht zergliedert werden und diese je nach Haupttätigkeit dem KV Metallindustrie, Metallgewerbe oder gar Allgemeines Gewerbe zugeordnet werden. Das würde im Lauf der Jahre Einkommensverluste von mehreren Tausend Euro bedeuten.

Das stößt logischerweise allgemein auf Ablehnung. Die Gegenforderung des Betriebsratsgremiums lautet: Eine Firma = ein Betrieb = ein KV, nämlich Metallindustrie. Auf einer Betriebsrätekonferenz aller betroffenen Firmen wurde dies einstimmig befürwortet. Unterschriftenaktionen und Versammlungen in den Betrieben zeigen erste Wirkungen. Die zentralen Verwaltungsabteilungen können den KV Metallindustrie behalten.

In diesem Umfeld haben am 26.9. in unserer Firma mit 95 % Wahlbeteiligung Betriebsratswahlen stattgefunden. Ständige Information und Organisierung der Belegschaft für ein offensives Vorgehen bis hin zu Streiks waren und sind meine zentralen Punkte.

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

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