Sudan: Revolution und Konterrevolution

Lukas Kastner

Kein Zurück gegen Militär und kapitalistische Elite

Der Abbruch von Verhandlungen durch den Übergangsmilitärrat und das am 3.6. begonnene Massaker gegen Demonstrant*innen mit über 100 Toten in Khartum zeigt die Brutalität der sudanesischen Konterrevolution. Verantwortlich waren die paramilitärischen Rapid Support Forces, welche vom Ex Diktator Omar al Bashir gegründet und u.a. mit EU Geldern finanziert wurden. Doch bisher half dem Regime auch das nichts. Nach zwei Generalstreiks fand am 30.6. der größte Massenprotest der Landesgeschichte statt, mit 1 Million Menschen allein in Khartum. Dies geschah nach Monaten von Protesten, Streiks und dem Sturz von Bashir.

Eines ist klar: Die vor allem von den Golfstaaten unterstützte herrschende Klasse im Sudan wird sich nicht beugen. Demokratie würde ihre Posten und somit Einkommensquellen gefährden. Dies trifft nicht nur auf die Militärführung zu, sondern auch auf die Führung der bürgerlichen Opposition, die als „Kräfte der Deklaration für Freiheit und Wandel“ mit dem Militär verhandeln. Dass sich an den Verhandlungen auch der Gewerkschaftsbund der Sudanese Professional Association beteiligt, welcher die Proteste führt, ist ein großer Fehler. Wieder einmal zeigt sich, wie notwendig eine revolutionäre Partei ist. Diese könnte die Entwicklung der entstandenen Nachbarschaftskomitees zu Räten, welche Wirtschaft und Verteidigung organisieren, propagieren. Letztendlich würde sie aufzeigen, dass eine demokratische Revolution eine sozialistische sein muss.

 

 

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