Solidarität mit den KollegInnen von Gualberto Villarroel in Bolivien

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Solidarität mit den KollegInnen von Gualberto Villarroel in Bolivien

Es ist in Bolivien illegal für Arbeitgeber einen Teil ihrer Belegschaft durch unterschiedliche Arbeitsbedingungen zu diskriminieren. Trotzdem finden sich täglich ungefähr 300 Beschäftigte der Ölraffinerie Gualberto Villaroel in Cochabamba am unteren Ende eines zweistufigen Vertragssystems. Diese KollegInnen haben kurzfristige Zeitverträge von drei Monaten bis zu zwei Jahren, während die Beschäftigten, die im Bereich der Aufsicht und der Verwaltung arbeiten, unbefristete Arbeitsverträge haben.

Die KollegInnen mit Zeitverträgen erhalten Armutslöhne von 500 bis 800 Bolivianos im Monat (62,50 bis 100 US-Dollar) und die unbefristet Beschäftigten erhalten Löhne zwischen 7.800 und 90.000 Bolivianos (975 bis 11.250 US-Dollar).

Die unbefristet Beschäftigten sind gewerkschaftlich organisiert. Aber als die Zeitvertrags-ArbeiterInnen ihre eigene Gewerkschaft, die Sindicato Mixto de Trabajadores Gualberto Villaroel, gründeten, wurden ihre FührerInnen und aktivsten Mitglieder entlassen. Bis heute sind 32 GewerkschaftsführerInnen und ArbeiterInnen gefeuert und ohne Arbeitsplatz.

Als die erste Welle von Entlassungen vor acht Monaten stattfand, gehörte die Gualberto Villaroel Raffinerie Petrobras, einem brasilianischen staateigenen transnationalen Konzern. Die ArbeiterInnen wendeten sich an die Regierung und ihnen wurden nach Monaten gesagt, dass sich die Dinge ändern werden, wenn die Regierung von Evo Morales' MAS die Kontrolle über die Raffinerie übernehmen würde. Über zwei Monate sind nun vergangen seitdem die Regierung die Raffinerie am 11. Mai kaufte und absolut nichts hat sich geändert. Die MAS Regierung bricht ihr eigenes Gesetz indem sie die zweistufigen Arbeitsbedingungen in der Raffinerie aufrecht erhält.

In den letzten zwei Monaten haben die Zeitvertrags-ArbeiterInnen von Gualberto Villaroel förmliche Briefe an die Offiziellen der MAS Regierung geschrieben und um ein Treffen gebeten, bei dem sie ihre Forderungen vorbringen können. Später fuhren sie nach La Paz, um persönlich ein solches Treffen einzufordern. Jede versuchte Kontaktaufnahme wurde von der MAS Regierung ignoriert. Am 9. Juli haben die ArbeiterInnen einen letzten Brief an den zuständigen Minister und den Präsidenten der staatlichen Ölfirma YPFB (die mittlerweile Gualberto Villaroel kontrolliert) geschrieben, in dem sie warnen, dass sie direkte Aktionen vornehmen werden, wenn sie weiterhin ignoriert werden sollten. Viele der entlassenen GewerkschaftsführerInnen und ArbeiterInnen haben sich entschieden in La Paz am Beginn der kommenden Woche in den Hungerstreik zu treten. Sie fordern von der Regierung:

  1. Alle entlassenen GewerkschaftsführerInnen und ArbeiterInnen müssen sofort wieder eingestellt werden.
  2. Das nationale Arbeitsrecht, das unterschiedliche Arbeitsbedingungen in einem Betrieb verbietet, muss respektiert werde
  3. Alle Beschäftigten mit Zeitverträgen müssen einen unbefristeten Vertrag erhalten.
  4. Das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung muss respektiert werden.

Die Gruppe des Komitees für eine ArbeiterInneninternationale (CWI-Bolivien) in Bolivien ist in engem Kontakt zu den Zeitvertrags-ArbeiterInnen von Gualberto Villaroel und unterstützt diese KollegInnen in ihrem Kampf.

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Auf Bitte der entlassenen GewerkschaftsführerInnen und ArbeiterInnen von Gualberto Villaroel ruft die Gruppe des CWI-Bolivien GewerkschaftsführerInnen, ArbeiterInnen und AktivistInnen auf, die KollegInnen durch Solidaritäts- und Protestbriefe zu unterstützen.

Bitte sendet Protestbriefe an die folgenden Regierungsstellen:

Bitte sendet Kopien der Briefe zur Weiterleitung an die betroffenen ArbeiterInnen an:

citbolivia@gmail.com und slp@slp.at

Modellbrief:

An:

Evo Morales, Präsident der Republik Bolivien

Carlos Villegas, Minister für Kohlenwasserstoffe

Guillermo Arequipa, Präsident der staatlichen Ölgesellschaft YPFB

Sehr geehrte Herren,

ich erkläre hiermit meine Solidarität mit den entlassenen Gewerkschaftern und ArbeiterInnen der Ölraffinerie Gualberto Villaroel in Cochabamba und den dort zu illegalen Zeitverträgen beschäftigten Kollegen.

Viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter und Aktive sozialer Bewegungen in Deutschland und Europa blicken mit großer Hoffnung und Solidarität auf die wichtigen Veränderungen in Bolivien und haben die Wahl Ihrer Regierung begrüßt. Umso irritierter bin ich von einem solchen Bruch des Arbeitsrechts und von Diskriminierung von abhängig Beschäftigten in einem staatlichen Unternehmen zu hören und protestiere hiermit gegen diese Zustände.

Ich unterstütze folgende Forderungen der kämpfenden Arbeiter:

  1. Alle entlassenen GewerkschaftsführerInnen und ArbeiterInnen müssen sofort wieder eingestellt werden.
  2. Das nationale Arbeitsrecht, das unterschiedliche Arbeitsbedingungen in einem Betrieb verbietet, muss respektiert werde
  3. Alle Beschäftigten mit Zeitverträgen müssen einen unbefristeten Vertrag erhalten.
  4. Das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung muss respektiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

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