Rote Seitenblicke

Alexander Svojtko

„Es ist zu einer Verlotterung der Sitten gekommen“ stellte der damalige SPÖ-Chef Gusenbauer seinerzeit fest. Wie wahr, denn der einst als links angetretene Sohn einer Bauarbeiterfamilie ist längst zum skrupellosen, unsozialen Geldmacher aufgestiegen. Sein Einpersonen-Unternehmen Gusenbauer Projektentwicklung & Beteiligung GmbH verbuchte mit Ende 2016 einen kumulierten Bilanzgewinn von € 7,434 Millionen. Kein Wunder bei Gusis potenten „KundInnen“. Schon seit Juni 2010 fungiert er als Vorsitzender des „Independent International Advisory Council“ im Sold des kasachischen ArbeiterInnenmörders Staatspräsident Nasarbajew. Gage: € 400.000 jährlich plus Reisespesen. Zudem soll Gusenbauer 2012-13 im Auftrag Paul Manaforts, damals Wahlkampfberater Trumps, für den pro-russischen ukrainischen Ministerpräsidenten Janukowitsch und dessen „Partei der Regionen“ lobbyiert haben; aus einer Anklageschrift des US-Sonderermittlers Mueller geht hervor, dass „ehemaligen hochrangigen europäischen Politikern“ mehr als zwei Millionen Euro bezahlt worden seien. Ganz oben in der Liste: Gusenbauer. Und was macht er mit all dem Geld? Er steckt es in Immobilien und Finanzbeteiligungen; beim Immobilien-Spekulanten Benko ist Gusi stark veranlagt, und über eine Tochtergesellschaft hält er dazu Wohnungen im Gesamtwert von € 3,5 Millionen. Auf derartiges Know-How wollte die SPÖ bis zuletzt nur ungern verzichten. Bis vor wenigen Monaten amtierte Gusenbauer noch als Präsident der politischen Akademie der Partei, dem Karl Renner-Institut.

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