Mietdilemma der Jugend

Wohnen wird für viele immer mehr zum Problem- 40 % des Monatseinkommens gehen für Mieten drauf
Christine Franz

Für viele Jugendliche ist eine eigenständige Wohnung ein wichtiger Schritt in die Unabhängigkeit. Besonders für Jugendliche stellen die immer höheren Mieten eine große Hürde für das Alleine leben dar.  

Für Menschen mit einem geringen Einkommen gibt es in Wien „SMART“ Wohnungen, die Wohnen leistbar machen sollen. Tatsächlich sind diese eher eine Möglichkeit für mittelständische Paare. Vor dem Einzug müssen, wie bei Genossenschaftswohnungen, mehrere tausend Euro bezahlt werden und die Miete einer kleinen Wohnung beläuft sich oft auf 500€. Für Lehrlinge mit einem Einkommen im 1. Lehrjahr von 574 bis 939 Euro unbezahlbar. Schüler*innen besitzen meist gar kein Einkommen. Also selbst wenn sie alleine wohnen dürften, weil alt genug oder mit Genehmigung der Eltern, scheitert das in ärmeren Familien, die allerdings meist in zu kleinen Wohnen leben, am nötigen Kleingeld.

Gerade in Städten muss in hochwertigen, öffentlichen Wohnbau investiert werden und es muss allen eine leistbare Wohnung garantiert werden. Der Leerstand in Wien liegt bei circa 35.000 Wohnungen. Immobilienblasen führen dazu, dass überteuerte Luxuswohnungen gebaut werden, die sich kaum jemand leisten kann. Die Eigentumsfrage ist zentral: Wohnungen, die aus Spekulationsgründen leer stehen, gehören, wie es derzeit ein Volksbegehren in Berlin fordert, enteignet.

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