Marokko: ein 2. Arabischer Frühling?

Peter Hauer

Fünf Jahre nach dem arabischen Frühling sind noch immer nicht die Forderungen erfüllt, die Jugendliche und ArbeiterInnen damals aufstellten. Es herrschen noch immer Armut, Arbeitslosigkeit und Mangel an Demokratie. Die deutsche Zeitung TAZ schreibt: „Natürlich hat sich in den letzten Jahren vieles in Marokko verändert. Seien wir objektiv: Wir müssen es anerkennen. Es wurden Straßen gebaut, Häfen, das Bruttoinlandsprodukt steigt, und es gab Momente einer freien Presse.“ Es gibt im Maghreb insgesamt zwar über 9,2 Millionen Arbeitslose und die Mehrheit der Bevölkerung lebt in Armut, aber wenn es „Momente freier Presse“ gibt, reicht das der TAZ, offenbar. Den Menschen vor Ort nicht. Besonders verzweifelt sind die Jugendlichen. 2014 betrug die Jugendarbeitslosigkeit schon über 20%. Jugendliche sehen auch keinen wählbaren Kandidaten, nur 42% gingen zur Wahl. Jugendliche sind es aber auch, die jetzt auf die Straße gehen. Anfang des Jahres protestierten 350.000 Menschen gegen die Regierung. Diese reagierte die mit starker Repression v.a. gegen Jugendliche - doch das verstärkte die Wut und es kam zu landesweiten Protesten. Im Herbst wurde ein Fischer von der Polizei in den Tod getrieben. Der Schwertfisch des Fischers wurde von der Polizei beschlagnahmt, da er illegal gefischt war, und in eine Müllpresse geworfen. Der Fischer sprang dem Fisch nach, um seine Lebensgrundlage zu retten. Währenddessen rief die Polizei dem Arbeiter, der für die Presse verantwortlich war, zu er solle den Müll pressen. Der Fischer wurde vor den Augen der Menschen zerquetscht. Ein Video davon ging im Internet viral. Die Umstände in Marokko sind so fatal, dass sie Menschen zu solchen Aktionen treiben. Am Wochenende darauf gingen zehntausende Menschen mit Slogans wie „Zerquetscht ihn“ auf die Straße, um gegen den König aufzutreten. Sie forderten wieder eine Revolution. Die Proteste schlagen auch auf andere Länder um. In Ägypten protestieren die Jugendlichen ebenfalls gegen die massive Jugendarbeitslosigkeit von 30%. Auch dort gingen auch nur mehr 16% der Jugendlichen zur Wahl. Dieses System hat der Jugend im Maghreb nichts mehr zu bieten. Sie können eine neue, wirkliche Revolution lostreten.

 

 

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