KBA: Streik ist ein Recht & notwendig!

Seit 6.2. um 13.30 ist die Belegschaft von KBA-Mödling in den unbefristeten Streik getreten - und das ist gut so!

Streik ist ein Recht & notwendig!
Der Streik bei KBA ist losgebrochen, weil die Kolleginnen und Kollegen den geplanten Stellenabbau nicht hinnehmen. Es ist gut, dass sich endlich eine Belegschaft dagegen wehrt. Die KBA hatte Ende 2013 die stolze Summe von über 300 Millionen Euro allein als Gewinnrücklagen. Wenn der Konzern erklärt, er “müsse” europaweit 1.700 Stellen streichen dann ist das keine “ökonomische Notwendigkeit” sondern dient v.a. dazu, dass Gewinne und Dividenden ausbezahlt werden. Die Beschäftigten sind nicht schuld an der kapitalistischen Krise oder den Problemen der Branche - weder in Mödling oder Steyr, noch in Deutschland, der Tschechischen Republik noch anderen Ländern wo KBA direkt bzw. durch Tochterfirmen produziert. Es geht daher nicht um einen Sozialplan oder darum, dass nur weniger Menschen ihren Job verlieren. Sondern es geht darum, die Zukunft aller Kolleginnen und Kollegen zu sichern, denn keine und keiner kann es sich leisten, den Job zu verlieren.
Es ist ein grosser und wichtiger Schritt, dass ein unbefristeter Streik ausgerufen wurde. Nun geht es darum, diesen Kampf auch zu gewinnen.

  • Widerstand gegen die Einschüchterungsversuche und Drohungen der Geschäftsleitung. Streiken ist ein Grundrecht. Doch ob es auch eingehalten wird hängt weniger davon ab, was im Gesetz steht, sondern davon, wie entschlossen wir es verteidigen. Wenn ein Streik geschlossen und stark ist - dann verpuffen die Drohungen.
  • Solidarität muss Praxis werden. Die Kolleginnen und Kollegen werden von der Gewerkschaft in ihrem Kampf unterstützt. Viele Betriebsrätinnen und Betriebsräte oder auch ganz normale Beschäftigte aus anderen Betrieben, anderen Branchen und anderen Bundesländern haben ihre Solidarität bekundet. Das ist gut so. Nun müssen Taten folgen. Solidaritätsdemonstrationen vor dem Werk z.B.. Angesichts der agressiven Drohungen sind Solidaritätsstreiks mehr als angemessen. Besonders wichtig ist es, die Versuche, die Beschäftigten der verschiedenen Standorte gegeneinander auszuspielen, abzuwehren. Die Hoffnung, Jobs in Mödling zu erhalten, wenn an anderen Standorten gekürzt wird, wird nicht aufgehen sondern dazu führen, dass insgesamt mehr Jobs vernichtet werden.
  • Eure Jobs - Eure Entscheidung. Wenn es durch den Druck des Streiks wieder zu Verhandlungen kommt, aber auch zur Frage der Streikziele und -Maßnahmen: das müssen die Beschäftigten gemeinsam und demokratisch diskutieren und entscheiden. Soll ein Angebot der Geschäftsführung Jobs zu streichen, aber weniger als geplant, angenommen werden, oder wird der Betrieb zu besetzt um den Abtransport von Maschienen zu verhindern? Sollen Lohnkürzungen zur Jobsicherung akzeptiert werden oder kann durch den gemeinsamen Kampf mit Kolleginnen und Kollegen von anderen Standorten erreicht werden, dass es gar keinen Stellenabbau gibt? Dafür braucht es demokratische Strukturen, Debatten und Abstimmungen.
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