Indonesien

Eine blutige Geschichte

Indonesien hat eine sehr bewegte Geschichte, in der die ArbeiterInnenbewegung eine zentrale Rolle einnimmt. Bis Mitte dieses Jahrhunderts ist Indonesien holländische Kolonie. Die bereits 1920 gegründete Kommunistische Partei (PKI), die die erste in Asien war, ist auch im Unabhängigkeitskampf involviert.
Sie folgt allerdings der stalinistischen Taktik und Strategie der Kom-intern (hier sei besonders die „Etappentheorie" erwähnt), was für die indonesischen KommunistInnen verheerende Auswirkungen hat. Ein Aufstandsversuch 1926/27 wird blutig niedergeschlagen, die PKI verboten. 1942 besetzen die Japaner Indonesien. Die nationalistischen Kräfte, darunter sowohl der spätere Präsident Sukarno als auch der spätere Diktator Suharto, setzen im Kampf gegen die die holländischen Kolonialherren sogar auf Zusammenarbeit mit den Japanern. Am 17. 8. 45 wird von Sukarno, dem ersten Präsidenten, die Republik Indonesien ausgerufen. Die Unabhängigkeit wird nicht akzeptiert und in Folge von niederländischen und britischen Truppen blutig bekämpft.
Wieder wird fast die gesamte Führung der PKI ermordet. Erst 1949 wird die Unabhängigkeit erreicht. Sukarno hat zwar große Unterstützung in der Bevölkerung, lebt aber in immensem Luxus und führt 1959 die „gelenkte Demokratie" ein. Er spielt die Rolle eines klassischen Bonapartisten - er laviert zwischen den politischen Kräften, repräsentiert durch das Militär einerseits und die immer stärker werdende PKI andererseits (1965 hat sie 3,5 Millionen Mitglieder, 20 Millionen in Vorfeldorganisationen, und ist die drittstärkste KP der Welt). Aber die PKI hat aus der Geschichte (v.a. jener der chinesischen KP) nichts gelernt und unterstützt Sukarno, anstatt für ein sozialistisches Indonesien zu kämpfen. Am 30. September 1965 werden unter dubiosen Umständen 6 Generäle ermordet. Unter dem Vorwand, es handle sich um einen Putschversuch der PKI übernimmt das Militär unter Suharto die Macht. Es folgt ein jahrelanges Gemetzel, bei dem bis zu 1,5 Millionen Menschen ermordet werden und an dessen Ende Suharto Präsident wird und dies die nächsten 32 Jahre bleibt. Parlament, RepräsentantInnenhaus und die"Beratende Volksversammlung" sind Marionetten von Suharto, neben der Staatspartei Golkar sind nur noch zwei nicht wirklich unabhängige Parteien zugelassen, freie Gewerkschaften sind verboten, aber selbst die Staatsgewerkschaft SPSI ist nicht in allen Betrieben vertreten. Die Macht liegt beim Präsidenten und dem Militär, das ganz offiziell eine Doppelfunktion (militärisch und politisch) inne hat. Im März ‘98 läßt sich Suharto wiederwählen, aber bereits 2 Monate später muß er als Ergebnis von Massenprotesten zurücktreten.

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