Hard Facts: Zahlen zum MetallerInnenstreik

Die Positionen bei den Metaller-KV-Verhandlungen sind verhärtet. Dem dem Angebot der ArbeitgeberInnen kann keinE GewerkschafterInnen bei Sinnen zustimmen und die KapitalistInnen versuchen mit den Angriffen auf die MetallerInnen ihre Angriffe auf alle ArbeitnehmerInnen vorzubereiten.

Die UnternehmerInnen im Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) bieten 2,3% durchschnittliche Lohnerhöhung an, gerade mal die durchschnittliche Inflationsrate der letzten 12 Monate. Zusätzliche Einkommen wie Aufwandsentschädigung sollen nicht erhöht werden.

Dieses „Angebot“ gilt aber nur, wenn die Gewerkschaft de facto einer Streichung der Überstunden-Zulage zustimmt. Konkret wollen die Arbeitgeber ein Arbeitszeitkonto-Konto anlegen, auf dem bis zu +-167,4h (ein Monat Arbeitszeit) gespeichert werden und 1:1 mit Freizeit abgegolten werden. Bisher galt die Regelung, dass Überstunden mit 125% Stundenlohn bezahlt wurden. Die neue Regelung wäre also eine massive Lohnkürzungen und ein gefährliches Mittel in der Hand der Unternehmen: Sollte es z.B. erneut zu Kurzarbeit kommen könnten sie über das Arbeitszeitkonto verlangen, dass die Arbeitszeit bei besserer Auftragslage nachgeholt wird. Die ArbeitnehmerInnen würden den Arbeitgebern so also Arbeitszeit schulden.

Zu Recht weigert sich das VerhandlerInnenteam von ProGe und GPA-djp über diesen Vorschlag auch nur zu diskutieren.

Wie dreist das „Angebot“ der Arbeitgeber ist, wird klar, wenn mensch die Bilanzen der Metallindustrie und die Inflation einbezieht.

Die Eigenkapitalrendite in der Branche (das Verhältnis von investiertem Kapital zur Gewinnausschüttung an die KapitalgeberInnen) beträgt bei der Hälfte der Unternehmen über 18%, bei einem Viertel sogar über 40%. 2012 wurden zwei Milliarden Euro an Dividenden (57% der Lohn- und Gehaltssumme!) ausgezahlt, 2013 werden es vermutlich ca. 1,4 Milliarden Euro sein.

Laut AK liegt die reale Teuerung für Wohnen, Energie und Lebensmittel bei 4%. Die Produktivität im FMMI ist seit 2010 um ca. 5% gewachsen. Daraus ergibt sich eine logische Untergrenze für die Lohn- und Gehaltsforderung von mindestens 7%.

Die Gewerkschaft fordert aber nur 3,4%, mindestens aber +100€ für alle. Für besonders niedrige Einkommen in der Branche wäre das eine Gehaltssteigerung von bis zu 6%. Alles in allem verlangt die Gewerkschaft eher den unteren Rand des Nötigen...

Sich selbst gewährten die Manager des FMMI im Frühjahr übrigens eine Gehaltserhöhung um 4,5%. Das macht den Willen der KapitalistInnen deutlich: Wir alle sollen immer mehr arbeiten und dabei immer weniger verdienen, während einige Wenige immer reicher werden.

Nachrichten aus dem Quarantäne-Kapitalismus

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