Frisch gekämpft...

Streik von TextilarbeiterInnen in der Türkei
Flo Klabacher

Im Windschatten der Protestwelle gegen die Regierung streikten von 15-23.8 in der Türkei über 20.000 TextilarbeiterInnen. Diese verdienen durchschnittlich € 450/Monat, leben also unter der Armutsgrenze. Über die Hälfte der Beschäftigten bekommt nur einen Mindestlohn von € 380/Monat. Nach Beginn der Wirtschaftskrise wurden im bis 1.4. gültigen Abkommen Bonuszahlungen gekürzt und Lohnerhöhungen verschoben. Trotz wirtschaftlicher Erholung wollten UnternehmerInnen die längst überfälligen Erhöhungen nicht bezahlen. Drei Gewerkschaften in rund 30 Textilfabriken riefen zum Streik auf. Zentral waren Forderungen zu Entlohnung, Sonderzahlungen, Überstunden und Zusatzzahlungen für Dienstalter. Die monatelang ergebnislos verhandelten Forderungen wurden in nur neun Tagen Streik erreicht: halbjährliche Lohnerhöhungen zwischen drei und fünf Prozent, viertel- statt halbjährliche Lohnzusatzzahlungen, 100-prozentige Überstundenzuschläge an Wochenenden und während der Urlaubszeiten. Weiters dürfen keine LeiharbeiterInnen mehr eingestellt werden. Pro Dienstjahr gibt es eine zusätzliche Lohnerhöhung. Wegen der schlechten Bezahlung verlassen qualifizierte ArbeiterInnen die Branche oft schnell. Für die meisten Beteiligten war es der erste Streik – er hat gezeigt, dass entschlossene Gewerkschaften breit mobilisieren können und Kämpfe gewinnen. Die Massenproteste im Sommer geben auch der organisierten ArbeiterInnenbewegung wieder Auftrieb.

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