Fidel über Castros Tod

Flo Klabacher

Mit Diktatoren haben die Bürgerlichen in der Regel kein Problem. Mit Linken schon.

Der Tod Fidel Castros hat eine neue Welle von „antikommunistischer“ Propaganda in bürgerlichen Medien losgetreten. Von Falter bis Presse werden Folter, Diktatur und wirtschaftlicher Niedergang als Beweise für das „Versagen des Kommunismus“ geführt und eine schnellere Öffnung der kubanischen Wirtschaft für kapitalistische Investitionen gefordert.
Ganz bewusst wird versucht, Stalinismus mit Sozialismus bzw. Kommunismus gleichzusetzen, um so pauschal sozialistische Ideen durch den Dreck zu ziehen. Denn viele (junge) Menschen sind auf der Suche nach einer Alternative zum Kapitalismus. Krisen, Kriege, Umweltzerstörung und kein Ende in Sicht – der Kapitalismus zeigt uns täglich, dass er die Probleme nicht lösen kann.
Alles was an Kuba verteufelt wird, gehört anderswo zur kapitalistischen Normalität: In Brasilien regiert eine Regime, das nie gewählt wurde. In Mexiko werden protestierende StudentInnen gekidnappt und streikende LehrerInnen erschossen. Auf Kuba selbst betreiben die USA in Guantanamo das einzige Foltercamp. Dafür ist aber kein Platz in bürgerlichen Zeitungen.
Denn trotz aller Missstände, die die stalinistische Bürokratie auf Kuba zur Folge hat, ist die Revolution von 1959 ein Referenzpunkt für viele, die auf der Suche nach einer Alternative zum kapitalistischen Wahnsinn sind. Das gilt auch für die russische Revolution, die sich 2017 zum 100. Mal jährt: Diese Ereignisse sind für das Kapital gefährlich und sollen diskreditiert werden.

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