Die Uni brennt noch immer!

Lukas Kastner

JedeR Studierende kennt die Situation an Österreichs Unis. Überfüllte Hörsäle, gestresste ProfessorInnen, zu viel Zeitdruck, um ein vernünftiges Studium führen zu können. Schuld ist die Regierung mit ihren Kürzungen in Bildungsbereich. Bereits 2010 wurde eine Stagnation der Uni Budgets ab 2013 beschlossen. Dadurch gehen Universitäten aufgrund der Inflation bis zu 10% ihres aktuellen Budgets verloren. Von Wissenschaftsminister Töchterle kommen laufend Angriffe wie die Forderung, dass Unis autonom Studiengebühren ein heben sollen. Die Salzburger Landeshauptfrau, Gabriele BBurgstaller, bläst ins selbe Horn. Ebenso der Vorsitzende der Rektorenkonferenz und Rektor in Salzburg, Heinrich Schmidinger. Anlass ist die Wiedereinführung der Gebühren von 363,36 Euro für Studierende, die die Mindeststudienzeit um zwei Semester überschritten haben bzw. nicht aus EU/EWR-Staaten kommen. Diese wurde wegen eines Formfehlers vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen. Doch wird diese autonom wieder eingeführt und geht das durch, dann folgen rasch autonome Studiengebühren für alle. Hinzu kommen eine Reihe weiterer Kürzungen.

Doch weder Gebühren noch Kürzung können von Studierenden aus ArbeiterInnenfamilien akzeptiert werden. Bisher gab es erste Aktionen. Aus Protest gegen die Unterfinanzierung starteten Unis österreichweit vom 21.-25. Mai die „Woche der freien Bildung“ mit Vorlesungen und Diskussionen unter freiem Himmel. In Wien wurde das Audimax besetzt und die Rektoratssitzung blockiert. In Graz und in Salzburg gab es heftigen Widerstand von Studierenden. Der Salzburger Uni-Senat stimmte daraufhin gegen Studiengebühren. Dies ist ein Erfolg, aber nur ein erster Schritt: Unis die nicht mitziehen, werden zukünftig bei der Vergabe von Fördergeldern benachteiligt. Und in Salzburg, will der Rektor nun 1,5 Millionen v.a. bei Personal und Studierendenbetreuung kürzen.

Das Problem bei den Protesten war, dass sie bisher nur von Studierenden geführt wurden. Nun gilt es sie auf eine breitere Ebene auszuweiten, ArbeiterInnen und Gewerkschaften mit einzubeziehen. Denn Elitebildung trifft im Kapitalismus die gesamte ArbeiterInnenklasse, deshalb muss sie vereint bekämpft werden.

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