Die Uni als Trainingsfeld

Jungpolitiker*innen üben bei der ÖH, um später in Posten von ihrer Partei versorgt zu werden.
Monika Jank

Von 27. bis 29. Mai finden wieder ÖH-Wahlen an den Universitäten statt. Die jahrelang niedrige Wahlbeteiligung lässt dieses Mal auch nicht auf mehr Interesse hoffen. Das zeigt, dass die Aktivitäten der ÖH an den Lebensrealitäten der meisten Studierenden vorbeigehen. Themen wie Mieten, Geld, Job werden kaum aktiv aufgegriffen. Den Verschlechterungen im Universitätsalltag wird wenig entgegengehalten. Auch linkere Studierendenvertretungen richten sich mehr nach innen statt eine aktive Mobilisierung der Studierenden anzupeilen.

Aktuell ist die ÖH statt eines tatsächlichen Kampffeldes für bessere Bedingungen der Studierenden eher ein Trainingsfeld für Jungpolitiker*innen. Claudia Gamon war 2011-15 bei JuLis, den heutigen JUNOS (Studierendenorganisation der NEOS). Direkt danach kam sie für die NEOS in den Nationalrat und aktuell kandidiert sie bei den EU-Wahlen. Auch trainiert für die Karriere haben hier Philipp Schrangl (FPÖ), Johann Herzog (FPÖ), Jürgen Czernohorsky (SPÖ), Andrea Brunner (SPÖ), Andreas Jilly (ÖVP)...

Solche Wahlkämpfer*innen lassen nicht auf tatsächliche Maßnahmen der ÖH hoffen, die die Realität der Studierenden verbessern. Radikalere Listen zu wählen ist gut, reicht aber nicht. Es gilt, selbst aktiv zu werden und eine Bewegung gegen den Abwärtsstrudel aus schlechten Bedingungen und Kürzungspolitik aufzubauen.


 

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