Die ”kleine SLP“ und die ”große Gewerkschaft“

Vorwärts findet Anklang bei der BetriebsrätInnenkonfernz der Gewerkschaft Bau-Holz in Wien
©harly

Nun, ich bin Realist genug, damit ich weiß, dass es noch ein weiter Weg ist, bis sich die Gesellschaft hin zu einer solidarischen und gerechten entwickelt, aber die Reaktionen der Bevölkerung bei Infotischen und Zeitungsverkauf werden von Mal zu Mal freundlicher und herzlicher. Gerade die tiefe Krise, in der der ÖGB zur Zeit steckt, zeigt aber auch auf, dass ArbeitnehmerInnen zunehmend die Wichtigkeit einer echten Vertretung ihrer Interessen erkennen. Dies zeigte sich schon bei unseren Aktivitäten rund um den 1. Mai. Die gerade erschienene Ausgabe von Vorwärts war binnen weniger Stunden so gut wie ausverkauft. Auch die Reaktionen seitens GewerkschafterInnen oder SozialdemokratInnen auf der Strasse war überwiegend positiv.

Auf Grund dieser Erfolgsbilanz sehen wir uns bestärkt darin, uns innerhalb der Gewerkschaften für einen demokratischen Veränderungsprozess stark zu machen und möglichst viele GewerkschafterInnen für unsere Ideen zu gewinnen. Es zeigt sich auch immer öfter die Wichtigkeit, uns gegenüber den aktiven GewerkschafterInnen und ArbeitnehmervertreterInnen für unsere Vorstellungen einzusetzen.

Graue Theorie vs. Rote Praxis

Nachdem auch die zweite Kollektivvertragsverhandlungsrunde ergebnislos verlaufen ist, fand am Donnerstag, den 4. Mai in der Szene Wien von der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) eine österreichweite BetriebsrätInnenkonferenz der Gruppe Bau statt. Wie leider in der Zwischenzeit üblich möchte die ArbeitgeberInnenseite nicht einmal die Inflation abdecken, geschweige dem, die ArbeitnehmerInnen an den gestiegenen Gewinnen mitprofitieren lassen.

Unser Gewerkschaftssprecher, Michael Gehmacher, und meine Wenigkeit trafen sich vor Ort um die  letzten vorhandenen Zeitungen zu verkaufen und auf die Veranstaltung der Plattform für kämpferische & demokratische Gewerkschaften "ÖGB-Krise: Ursachen und Lösungen mit Willy Mernyi, dem Leiter des ÖGB-Kampagnenreferats am 18. Mai aufmerksam zu machen. Immens wichtig ist es aber auch, gerade jetzt Präsenz zu zeigen.

Da die GBH auf Grund früherer Ereignisse (wie z.B. ihre Haltung gegenüber den BesetzerInnen der Hainburger Au) als noch stark in den alten Strukturen verhaftete Fachgewerkschaft gilt, hatten wir nicht allzu große Erwartungen auf ein positives Echo.

Umso überraschter waren wir, als wir bemerkten, dass bald jeder vierte teilnehmende Betriebsrat zu unserer Zeitung griff. In persönlichen Gesprächen fanden unsere Forderungen nach einen kämpferischeren und demokratischeren Gewerkschaftsbund sehr guten Anklang. Die Freude darüber, dass jemand dort steht, dem die Interessen der ArbeitnehmerInnen wirklich wichtig sind, zeigte sich auch in einer kleinen, aber dafür umso netteren Geste. Die T-Shirts mit unserem aktuellen Slogan "ÖGB verteidigen - heißt ÖGB verändern" fanden derart Anklang, dass wir gefragt wurden, ob es diese nicht auch zu kaufen gäbe. Kurz entschlossen, wechselten die restlichen vier Shirts, die wir dabei hatten gegen eine Spende den Besitzer. Hätten wir mehr und vor allem größere Größen mit gehabt, wären es mehr gewesen.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine BetriebsrätInnenkonferenz, auf der die Gewerkschaftsführung in einen Saal blickt, in dem die Delegierten T-Shirts mit unseren Forderungen an haben. Leider (noch) nicht Realität, aber ein erheiternder Gedanke.

Dass die 156. Auflage unserer Zeitung praktisch am ersten Tag ausverkauft war, ist sicherlich ein Anlass, sich zu freuen und auf die Arbeit unserer Bewegung stolz zu sein. Aber abgesehen vom ”kommerziellen” Erfolg, sehe ich vielmehr die immer breiter werdende Zustimmung zu unseren Forderungen nach einer kämpferischen und demokratischen Gewerkschaft als den wirklichen Erfolg unserer Anstrengungen an.

Dass in unserer Gesellschaft der ”Wurm“ drinnen ist, dies bemerken immer mehr. Ich sehe meine Aufgabe darin, diesen Menschen zu zeigen, dass es Alternativen zur herrschenden Gesellschaftsordnung gibt und dass es sich lohnt, auch dafür zu kämpfen. Den immer stärker werdenden Zuspruch als Lohn, freue ich mich schon auf die nächsten Aktivitäten und bin überzeugt, dass es nur eine Frage der (hoffentlich kurzen) Zeit ist, bis sich auf Grund des Drucks von engagierten ArbeiterInnen eine Bewegung auch in Österreich etabliert, deren Ziel eine kompromisslose Interessensvertretung für ArbeitnehmerInnen und Erwerbslose ist.

In nächster Zeit stehen viele gewerkschaftliche, politische und soziale Veranstaltungen an, wo es wichtig ist, zahlreich mittels Infotischen, Flugblättern, Plakaten und vor allem Engagement Überzeugungsarbeit zu leisten. Falls auch Dir diese rein auf Gewinn orientierte Gesellschaft, wo alle und alles, was keinen Profit erwirtschaftet, als nicht leistbar abgetan wird, auch in Rage bringt und Du etwas dagegen unternehmen möchtest, dann melde Dich doch gleich bei uns oder besuche uns in einer der Ortsgruppen.

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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