Der junge Marx: Geburt der Idee

Shona Thompson

Am 24. März kommt der Film Le jeune Karl Marx/Der junge Karl Marx auch in Österreich in die Kinos.

Der Film erscheint quasi zum hundertsten Jahrestag der Russischen Revolution – dem bis heute überragenden Zeugnis von Marx' These, dass Ideen zu einer materiellen Kraft werden, wenn sie die Massen ergreifen.

Der Regisseur Raoul Peck legt den Fokus auf 1843-48 – als Deutschland, England, Frankreich und weitere Länder Europas von Industrialisierung, Verstädterung und dem Wachstum der ArbeiterInnenklasse gekennzeichnet waren. Die Anfangsszenen handeln vom Verbot der „Neuen Rheinischen Zeitung“, Marx' Auseinandersetzung mit den Junghegelianern, seiner Kritik an den GrundbesitzerInnen, der anschließenden Flucht nach Paris und dem dortigen Zusammentreffen mit Friedrich Engels. Der Film zeichnet nach, wie sie die Grundpfeiler des wissenschaftlichen Sozialismus (dialektischer und historischer Materialismus sowie die politische Ökonomie) entwickeln.

Es wird aufgezeigt, dass Marx und Engels sich nicht auf einen theoretischen Beitrag zum Aufbau der ArbeiterInnenbewegung beschränkten, sondern sich aktiv im „Bund der Gerechten“ einbrachten. Sie engagierten sich maßgeblich bei der Gründung der I. Internationale 1864 sowie Engels, nach Marx' Tod 1883, bei der Gründung der II. Internationale 1889.

Im Unterschied zu anderen oppositionellen Kräften traten Marx und Engels für eine grundlegende Umwälzung der Produktions- und Eigentumsverhältnisse und für eine sozialistische Gesellschaft ein. In mehreren Szenen argumentieren sie, wie wichtig auch für die einzelnen Kämpfe die Vision einer anderen Welt ist. Zeitlos wirkt die Szene, in der Marx einen Kapitalisten mit den Satz konfrontiert: „Was sie Profite nennen, nenne ich Ausbeutung.“

Es mussten Jahre um die Filmförderung gekämpft werden. Zehn Jahre wurde recherchiert und so viele Originalzitate aus Schriften und Briefen wie möglich verwendet. Der Film liefert eine gute Grundlage zur gemeinsamen Diskussion, macht Lust, das Kommunistische Manifest zu lesen und sollte Ansporn sein, die gleiche Einstellung wie Mary Burns zu haben, die am Schluss zu Jenny Marx sagt: „Nein, ich will frei sein. Ich will kämpfen!“

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