Worauf wartet der ÖGB noch?

Was können GewerkschafterInnen tun, die nicht auf die ÖGB–Spitze warten wollen?
Michael Gehmacher, Flüchtlingsbetreuer, seit 26 Jahren ÖGB-Mitglied

Information im Betrieb. Über 60.000 BetriebsrätInnen gibt es, fast alle sind im ÖGB. Dieser ist gefordert. In Betriebsversammlungen können KollegInnen über die unmittelbaren Auswirkungen der Regierungspläne auf sie selbst informiert werden. Auch aktive Gewerkschaftsmitglieder können (unterstützt von Gewerkschaftssekretären) diese BVs organisieren.

Aktiv im Betrieb. Die Betriebsversammlungen müssen offen beraten und über Widerstandsaktionen entscheiden. Der große Erfolg der Demonstration am 13.1. zeigt: Viele KollegInnen wollen etwas tun, sie können sich in Aktionskomitees organisieren. Vom Transparent aus dem Bürofenster bis zur öffentlichen Kundgebung: Es gibt viele Aktionsmöglichkeiten. Auch Erwerbsarbeitslose und PensionistInnen gehören gleichberechtigt einbezogen. Die entstandenen Komitees können sich zusammenschließen und einen bundesweiten Aktionstag auf die Beine stellen.

Mit Streiks die Angriffe zurückschlagen! Schwarzblau erfüllt die Wünsche der Unternehmen, der Widerstand muss also dort ansetzen. Mit öffentlichen Betriebsversammlungen, die die Arbeit unterbrechen und so wirtschaftlichen Druck ausüben, könnte der Widerstand verstärkt werden. Das könnte der Auftakt für bundesweite Streiks sein. Der kommende ÖGB-Kongress muss im Zeichen der Vorbereitung so einer Streikbewegung stehen.

Nicht auf die ÖGB-Spitze warten! Eine organisierte Gewerkschaftslinke gibt es kaum. Der Wunsch, etwas zu tun ist aber viel größer als das reale linke Angebot in Betrieb und Gewerkschaften. Es gibt einzelne Basisinitiativen (wie CARE-Revolution, KNAST, sozialabernichtblöd...). Wenn sich diese mit linken Gewerkschaftsgruppen und widerständigen BetriebsrätInnen zusammentun, kann daraus eine kämpferische Gewerkschaftslinke entstehen. So können wir die Angriffe konkret bekämpfen und eine sichtbare Alternative zur Ruhighaltepolitik der ÖGB-Spitze aufzeigen. Diese Alternative brauchen wir: gegen schwarz-blau, in der Arbeit und im ÖGB.

 

 

 

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

Auch auf Facebook!

23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr