Weil LGBT-Rechte nicht Wurst sind!

Gemeinsame LGBT-Bewegung aufbauen statt Hetze und Profitmacherei der Herrschenden!
Laura Rafetseder

Viele haben sich über Conchitas Songcontest-Sieg gefreut – weil er als Schlag gegen Homophobie und reaktionäre Kräfte gesehen wurde. Er drückt damit eine Stimmung aus. Selbst in Russland hat das Publikum Conchita auf den 3. Platz gewählt, ihr Lied ist dort ein Download-Hit. Aber der Songcontest ist immer auch ein Propagandainstrument der herrschenden Klassen der EU. Ihnen geht es nicht um LGBT Rechte. Sie haben Conchitas Sieg flugs als Schlag gegen Putin umgedeutet und die Stimmung gegen Homophobie für Hetze gegen Russland missbraucht. Sie tun das ohne zwischen Bevölkerung und Regierung zu differenzieren und ohne vor der eigenen Haustür zu kehren. Denn im Unterschied zu den Menschen, die für Conchita gestimmt haben, sind die europäischen Regierungen, die sich nun furchtbar "liberal" und „tolerant“ geben, schon ordentlich scheinheilig. Allen voran die österreichische Regierung und Unternehmen, die jetzt fleißig Wurst-Patriotismus verbreiten. Wursthersteller nutzen die "Wurstwelle" z.B. um aus dem Wurst-Sieg Profit zu schlagen. Nicht vergessen soll auch werden, dass die Regierung recht froh ist, dass die Wurstmania die Hypo und die Budgetdebatte überdeckt. Mit LGBT Rechten schaut es bei uns alles andere als rosig aus. LGBT-Personen die in Österreich Asyl suchen, werden sexuell diskriminiert und abgeschoben. Die ÖVP zeigt mit ihrer Weigerung, z.B. ein Adoptionsrecht für LGBT-Personen einzuführen, auf welcher Seite sie steht. SPÖ und Grüne sind zwar für LGBT Rechte, ihr „Kampf“ beschränkt sich aber auf schöne Worte. Am Arbeitsplatz und bei der Arbeitssuche sehen sich LGBT-Personen mit Diskriminierung konfrontiert. Es ist gut, dass Conchita ein politisches Statement gesetzt hat. Aber das reicht nicht. Promis können Kämpfe unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir müssen eine Bewegung aufbauen, die Gleichberechtigung erkämpft und den Kapitalismus in Frage stellt. Nur in einem System, das nicht auf Ausbeutung beruht und dessen Kern nicht die „traditionelle Familie“ ist, werden alle Lebensmodelle auch vollständig gleichwertig sein.

 

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr