Warum bin ich immer noch in der SLP aktiv?

Michael Gehmacher, Flüchtlingsbetreuer, 45

Täglich kriegt man Horrorbilder ins Wohnzimmer geliefert. Kriege, Flucht, Umweltkatastrophen uvm. Dazu kommt das eigene Leben. Ich, und viele meiner "Generation", hatten vergleichsweise gute Startbedingungen: Job finden oder Studieren war Anfang der 90er noch viel leichter. Oft gabs Eltern die einen unterstützen konnten. Trotzdem, und obwohl Österreich ein sehr reiches Land ist, tun sich viele meiner FreundInnen schwer, werden arbeitslos, unterbezahlt oder krank. Wer keine "guten Startbedingen" hatte kämpft noch härter. Viele meiner FreundInnen verdrängen: mit Rückzug auf die Familie ("wenigsten den Kindern was mit geben"), Kiffen, Extremsport oder sonst wie. Alter macht "vernünftig" heißt es. Die Bürgerlichen nennen es "vernünftig" - meinen damit aber passives Erdulden. Die Geburt meiner Tochter machte mich noch radikaler. Verdrängungsstrategien sind nicht nur ungesund. Sie sind auch Zeitverschwendung. Vernünftig ist es, den Einsatz für die Verbesserungen im eigenen Leben mit dem für weltweite Veränderung zu verbinden. Marxist sein und Mitglied bei SLP und CWI sein - das ist da echt das "vernünftigste", was man machen kann.

 

 

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