Sozialbereich: Vernetzen und aktiv werden!

Nikita Tarasov

Die Wut über Niedriglöhne und mangelnde Ressourcen ist groß – Bündeln wir sie!

Am 23. Oktober begannen die KV-Verhandlungen im privaten Sozialbereich. Um dabei Druck von unten auf die VerhandlerInnen aufzubauen, organisierten AktivistInnen der Initiative „Sozial, aber nicht blöd“ und der SLP eine Aktion vor der ÖGB-Zentrale. Wir forderten eine KV-Erhöhung von 4%, aber mind. €150, eine Arbeitszeitverkürzung auf 35h/Woche ohne Lohnverluste und einen Kampf gegen prekäre Arbeitsverhältnisse. Um tatsächlich gut und sicher arbeiten zu können, braucht es all das. Durch die Folgen der kapitalistischen Krise, z.B. Krieg, Armut und Obdachlosigkeit, wächst auch der Bedarf im Sozialbereich, aber bei nicht ausreichender Finanzierung eben auch der Druck auf uns SozialarbeiterInnen. Wenn etwa eine Wärmestube für Wohnungslose im Winter immer mehr KlientInnen hat, mehr BetreuerInnen aber nicht vorgesehen sind, und die, die schon da sind, eh ans Limit gehen - dann ist das nicht nur anstrengend, sondern auch ungesund und gefährlich. Die Forderungen nach Verbesserungen stehen nicht im leeren Raum, sondern bauen auf Erfahrungen von KollegInnen auf. Um tatsächlich effektiv zu sein, muss die Basis der Proteste ausgebaut werden. Wie schaffen wir das? Es gibt viele Wege - fast alle bedeuten Vernetzung. Gespräche mit KollegInnen oder KlientInnen über ihre Erfahrungen, Probleme oder ein gemeinsames Treffen mit dem Betriebsrat sind gute Anfänge. Eine gute Grundlage für so ein Gespräch kann eine Unterschriftenliste mit Forderungen wie denen von „Sozial, aber nicht blöd“ sein. Natürlich kann es nicht nur beim Unterschriften-sammeln und Reden bleiben! Lade deine KollegInnen, KlientInnen und FreundInnen zu Aktionen, Vernetzungstreffen und Demonstrationen ein. Schon eine kleine Kundgebung oder Verteilaktion kann ein wichtiger Schritt sein. Wir können uns nicht einfach auf Verhandlungen hinter verschlossenen Türen verlassen, bei denen wieder nurr ein fauler Kompromiss rauskommt! Wir müssen zeigen, dass es uns nicht egal ist – und wir können auch nicht auf Initiativen der Gewerkschaftsführung warten. Vernetze dich und werde aktiv!

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