Südafrika: Erfolgreich gegen Uni-Gebühren

Nikita Tarasov

Südafrikas Universitäten wurden in den letzten Monaten von der größten Welle an Protesten und Streiks seit dem Ende der Apartheid erschüttert. Das Management der Universitäten plante ab 2016 massive Anhebungen (8-12%) von Studiengebühren , sowie der Gebühren bei Prüfungsantritten und für Unterkünfte. Die Studierenden organisierten Widerstand: es gab diverse Protestaktionen unter dem Namen #FeesMustFall. Der Jugendflügel der Workers and Socialist Party (WASP), der Schwesterorganisation der SLP in Südafrika, spielte dabei eine zentrale Rolle. 3.000 Studierende der Uni Kapstadt zogen vors Parlament. An anderen Universitäten organisierten Studierende Märsche von einem Protestpunkt zum nächsten, um so möglichst viele Menschen in den Protest einzugliedern. Es gab auch Besetzungen an mehreren Unis.
Die Reaktion von Management und Staat waren drakonisch. Es wurden Versammlungen verboten, Besetzungen mit Schallgranaten und Tränengas geräumt. Trotzdem waren die Protestierenden siegreich – das Management gab auf - es wird keine Gebührenerhöhungen geben.
Ein zentraler Faktor für den Erfolg war der Zusammenhalt der Studierenden und der Universitätsangestellten (Putz- und Sicherheitskräfte, KöchInnen, GärtnerInnen etc.). Der Widerstand gegen die Gebühren setzte eine breite, solidarische Bewegung in Gang. Die Studierenden der #FeesMustFall-Bewegung forderten bei Verhandlungen mit dem Management über die Beendigung der Besetzungen auch: die Anhebung der Löhne, keine Auslagerungen, und Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Uni-Beschäftigte. #OutsourcingMustFall – so der Name der breiteren Bewegung - kämpft für die Durchsetzung dieser Forderung. Führend dabei die AktivistInnen der WASP. Einige Bildungsinstitutionen wurden in diesem Jahr bestreikt – mit Erfolg. Dort werden die Gehälter erhöht.
Es gilt, diesen Arbeitskampf weiterzuführen – Studierende und ArbeiterInnen, Schulter an Schulter. Trotz staatlicher Repressionen zeigt diese Methode Wirkung.
In Österreich werden ab dem Wintersemester 2016 Prüfungsantrittsgebühren eingeführt. Wenn der Widerstand dagegen erfolgreich werden soll, sollten sich die Studierenden das eine oder andere von den KollegInnen in Südafrika abschauen!

 

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

Auch auf Facebook!

23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr