Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! Aber wie?

Sonja Grusch

70 Jahre Kriegsende, 70 Jahre Ende des 3. Reiches und 70 Jahre Republiksgründung: das bedeutet jede Menge Gedenkveranstaltungen. Nur mehr wenige Opfer des NS-Terrors und WiderstandskämpferInnen leben noch. Das macht es um so leichter für jene, die meinen, es wäre genug mit dem Erinnern. Doch auch das offizielle Gedenken ist verlogen und ritualisiert. Die Ursachen von Faschismus und Krieg werden weitgehend ausgeblendet. Dafür wird teilweise ein moralisierend-verpflichtendes Schuldigfühlen betrieben. Die Nachgeborenen sind aber nicht schuld am Faschismus und haben hier auch nichts wieder-gut-zu-machen. Schuld ist vielmehr ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das bereit ist, Faschismus als Ausweg aus politischer Krise und Krieg als Ausweg aus ökonomischer Krise einzusetzen. Und dieses System – mit all seinen UnterstützerInnen und PropagandistInnen – ist nach wie vor am gefährlichen Werken.

Ein ehrliches Gedenken muss an die Wurzeln gehen und diese bekämpfen: den Kapitalismus und seine systembedingten Krisen, die Klassengesellschaft und ihre Institutionen, deren beschränkte Demokratie stets den wirtschaftlichen Interessen Weniger untergeordnet ist. Den Imperialismus, der seine Interessen mit militärischer Gewalt durchsetzt (und wie in der Ukraine gegenüber Nazis ein Auge zudrückt). Neonazis und faschistische Gruppen sind gefährlich, weil sie gewalttätig sind. Doch der staatliche Terror gegen Flüchtlinge kostet weit mehr Menschenleben. Die Verharmlosung des Faschismus durch diverse nationale Gruppierungen gehört bekämpft. Doch noch stärker muss der Kampf gegen den Kürzungsterror für Linke im Zentrum stehen. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch!“ schrieb Brecht. Solange der Kapitalismus existiert, sind Faschismus und Krieg sehr reale Gefahren! Kampf dem Faschismus heißt daher auch Kampf gegen Kapitalismus!

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr