Mexiko: Ya me cansé del miedo *)

*) „Ich habe meine Angst verloren“
Gerhard Ziegler

43 linke Studierende auf dem Weg nach Mexiko-City verschwanden. Das mobilisiert Jugendliche, Menschenrechts- und Selbstverteidigungsgruppen sowie Gewerkschaften zu Tausenden. Die militanten Proteste mit Straßenblockaden und Besetzungen wachsen trotz massiver Repression von Woche zu Woche und weiteten sich auf das ganze Land aus.

Sie richten sich gegen den Unwillen der Justiz, den Fall aufzuklären, obwohl Mitglieder der kriminellen Vereinigung „Guerreros Unidos“ gestanden, die Jugendlichen ermordet und verbrannt zu haben.

Seit Abschluss des Freihandelsabkommens NAFTA (USA, Kanada, Mexiko) versucht Mexiko  mit einem rigiden Sparkurs die Wettbewerbsnachteile auszugleichen. Es entstand eine explosive soziale Lage, die immer wieder zu teils sehr militant geführten Massenbewegungen führt. Nur durch blutige Unterdrückung konnte die Staatsmacht die Ruhe wieder herstellen.

Dafür hat der Staat aufgerüstet – offiziell im Kampf gegen die Drogenkartelle. Tatsächlich richtet sich die Repression gegen Jugendliche, GewerkschafterInnen und Linke. Gleichzeitig engagieren Unternehmen und PolitikerInnen Banden wie die „Guerreros Unidos“ und korrupte Polizisten, um unliebsame GewerkschafterInnen und BauernführerInnen zu ermorden und deren Familien zu terrorisieren. An die 100.000 sind in den letzten acht Jahren „verschwunden“. So hat sich ein Filz von UnternehmerInnen, Kriminellen, korrupten Polizisten und PolitikerInnen („narco poder“) gebildet, der sich über Schutzgeld und Drogenhandel finanziert.

Die Proteste schaffen neues Selbstbewusstsein. Sie verlangen den Rücktritt des Präsidenten und eine vollständige Trockenlegung des „narco poder“. Die LehrerInnen-Gewerkschaft Celeg besetzte im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und mehr Geld für Bildung das Büro des regionalen Bildungsministeriums in Chilapancingo, auch Studierende fordern mehr Geld.

Die mexikanische ArbeiterInnen-Klasse benötigt dringend eine eigene Partei mit sozialistischem Programm, um die sozialen, gewerkschaftlichen und politischen Einzelkämpfe zu einem organisierten Generalangriff gegen das überfaule kapitalistische System und seine Statthalter zu vereinen und zum Sieg zu führen.

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

Auch auf Facebook!

23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr