Kultur: Wer ist hier abgehoben?

Schwarz-Blau will Kultur nur für die Elite und den Kommerz, während sie breite Angebote streichen.
Jan Millonig

Die Regierung zieht auch gegen Kultur ins Feld. Im Regierungsprogramm steht zur Kulturförderung: „klarer Ergebnisorientierung – weg vom Gießkannenprinzip“. Übersetzt heißt das, jegliches Kulturangebot muss verwertbar sein und alles, was nicht rentabel ist, wird fallen gelassen. So meinte Walter Rosenkranz, Kultursprecher der FPÖ, schon vor der Wahl, dass er Subventionen für freie Initiativen "eher einschränken" würde. Denn bis zu einem gewissen Grad müsse man sich eben auch am freien Markt bewähren. Davon ausgenommen sind natürlich „Brauchtum“ und alles was den Tourismus fördert.

Die schwarz-blaue Landesregierung in Oberösterreich hat’s vorgemacht: Das beschlossene Budget 2018 bedeutet nicht nur einen brutalen Kahlschlag im Sozialwesen, sondern auch einen massiven Einschnitt bei Kultur. Regionalen Kulturvereinen werden 10 % der Gelder gestrichen, bei allen anderen Kulturangeboten (z.B. zeitgenössische Kunst, aber auch Volkskultur und Blasmusik) sind es sogar 30 % weniger. Viele Vereine werden zusperren müssen, Jobs werden verloren gehen.

Die Regierung spricht dabei von einem „Förderungsdschungel“ und stellt es so dar, als ginge es hier lediglich um einen abgehobenen (linkslinken) „Kultursumpf“. Tatsächlich geht es dabei oft um regionale Kulturzentren, die nicht nur ein kulturelles, sondern auch soziales Angebot für die Lokalbevölkerung bieten. Dort wird Bildungsarbeit geleistet, es gibt Programme für Kinder und SeniorInnen und sie sind oft die einzigen Räume für Jugendkultur. Gerade am Land und gerade angesichts der aktuellen Kürzungen bei Jugendzentren haben diese Kulturvereine eine wichtige Rolle und sind oft das einzige Angebot.

Währenddessen bleiben die etablierten Institutionen der „Hochkultur“, wie das Landes- und Musiktheater, unangetastet, weil diese direkt vom Land verwaltet werden bzw. Geld bringen. Kunst wird aber deshalb mit öffentlichen Mitteln gefördert, weil sie dadurch unabhängig und kritisch bleiben kann. Doch das ist Schwarz-Blau ein Dorn im Auge.

 

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