Kollektivvertrag (KV) JournalistInnen: Ohne Moos nix los?

Christian Bunke

Stell dir vor es gibt einen Kollektivvertrag, aber kein Unternehmen hält sich dran. So wirds von den im Verband Österreichischer Zeitungen organisierten Medienunternehmen gemacht. Am 1.12.2014 trat nach gefühlten ewigen Zeiten ein neuer KV für freie JournalistInnen in Kraft. Dieser sieht eine Erhöhung des Zeichensatzes von 25,80 auf 34,50 Euro pro 1000 Zeichen vor.

Das hat der VÖZ zwar unterschrieben, aber die VÖZ-Unternehmen zahlen nicht. Dafür nutzen sie fadenscheinige, rechtlich nicht haltbare Entschuldigungen. Darum hat die Mehrheit der freien JournalistInnen von der Erhöhung bislang nix gesehen.

Die Gewerkschaft behauptet, nichts machen zu können und hat fröhlich schon mal den KV für 2015 ausgehandelt. Obwohl die meisten für 2014 schon nicht gekriegt haben, was ihnen zusteht. Nicht einmal zu einer Klage hat sich die Gewerkschaft durchgerungen! Dabei ist viel mehr nötig: Kampf für die Einhaltung des KV und eine Vernetzung freier JournalistInnen mit den Stammbelegschaften. Denn auch diese sind zunehmend von unsicheren Arbeitsverhältnissen betroffen. Der Angriff auf den KV durch die VÖZ richtet sich gegen alle. Den Widerstand müssen wir selbst organisieren, dann kommt hoffentlich auch die Gewerkschaft in die Gänge!

 

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Nachrichten aus dem Quarantäne-Kapitalismus

Auch auf Facebook!

25.03.2020

Die Coronoa-Krise trifft alle, aber nicht alle gleich  Aktuell rücken die Lebens- und Arbeitsrealitäten von uns allen näher zusammen. WAS wir konkret für einen Job machen ist gerade...mehr