Klimakrise und Kapitalismus hängen untrennbar zusammen

Wir sind mit meiner globalen Umweltkatastrophe. Die Frage ist nicht ob es in wird sondern welchem AusmaßWir sind mit meiner globalen Umweltkatastrophe. Die Frage ist nicht, ob es in wird, sondern welchem Ausmaß.
VORWÄRTS SCHWERPUNKT

Der im Oktober 2018 veröffentlichte IPCC-Bericht (Intergovernmental Panel on Climate Change) schärfte das Bewusstsein für das, was bereits bekannt war: Die globale Erwärmung hat ein gefährliches Niveau erreicht. Die Zukunft der Menschheit in der Art und Weise, wie wir sie kennen, ist in Gefahr. Der berühmte Satz von Rosa Luxemburg, dass wir entweder mit "Sozialismus oder Barbarei" konfrontiert sind, bekommt eine neue Bedeutung. In diesem kapitalistischen System wird die Zukunft der Menschheit mehr mit Mad Max, Walking Dead oder anderen postapokalyptischen Szenarien gemeinsam haben als mit einer Welt, in der wir alle gerne leben würden.

Die globale Erwärmung aufgrund des fortgesetzten Ausstoßes fossilen CO₂ führt zur Zunahme von Extremwetter-Ereignissen (Stürme, Überschwemmungen, Dürren). Mehr noch kommt es in Folge- und Wechselwirkung zum dauerhaften Verlust der polaren Eismassen und dem Abtauen der Permafrost-Böden. Der Meeresspiegel steigt, die Ozeane (tatsächlich die größten „Lungen“ der Erde) versauern. Zusätzlich schwimmen unfassbare Mengen Plastikmülls darin. Lebensräume verändern sich in einem derart hohen Tempo, dass sich die betroffenen Lebewesen nur schwer bis unmöglich anpassen können. Es kommt durch Verwüstung und Meeresspiegelanstieg zum Verlust landwirtschaftlicher Anbauflächen, gerade auch in Regionen, die schon jetzt besonders unter der systematischen Ungerechtigkeit des vorherrschenden Wirtschaftssystems leiden müssen. Der Kampf um Ressourcen wie (Trink-)Wasser nimmt zu. Das Artensterben beschleunigt sich und die Verschiebung der Klimazonen lässt eine Vielzahl von Krankheiten ausbreiten. Gigantische Fluchtbewegungen über die bereits gegenwärtigen hinaus werden mittel- und unmittelbar auf allen Kontinenten stattfinden. Müll, inklusive nuklearer Abfälle, kann ganze Landstriche unbewohnbar machen. Wir sind mitten drin in einer globalen Umweltkatastrophe. Die Frage ist nicht, ob es schlimm wird, sondern in welchem Ausmaß.

Doch was genau hat das jetzt alles mit dem Kapitalismus zu tun? Für die Kapitalist*innen ist die Natur eine kostenlose Quelle von Reichtum. Sie kann bei geschickter Gestaltung durch menschliche Arbeit riesige Profite für sie produzieren. Der Kapitalismus wird getrieben von der Notwendigkeit, Profit und mehr Profit zu machen. Alles wird zur Ware – einschließlich der gesamten Natur, inklusive des Menschen. Produziert wird nur, was profitabel scheint. Es herrscht ein Chaos von Unter- bzw. Überproduktion – gemessen an dem, was bezahlt werden kann; nicht unbedingt an dem, was Menschen brauchen. Bedürfnisse werden teilweise künstlich erzeugt; Produkte gezielt kurzlebig produziert („geplante Obsoleszenz“). Alles geschieht in dem Bestreben, im Wettbewerb die Nase vorne zu haben. Dieses Konkurrenzsystem wird uns gerne als "innovationsfördernd" präsentiert: Das Gegenteil ist der Fall. Geforscht wird vor allem in Bereichen, die Profite versprechen. Forschungsergebnisse werden nicht ausgetauscht, sondern durch Patente blockiert.

Dazu kommt noch, dass dem ganzen Wirtschaftssystem die Demokratie fehlt. Selbst dort, wo es Wahlen und Parlamente gibt, haben diese kaum Einfluss darauf, was und wie produziert wird. Die Wirtschaft folgt ihren eigenen kapitalistischen Regeln. So entscheidet eine kleine Minderheit von Kapitalist*innen weltweit über unsere Zukunft – nur angetrieben von ihren kurzsichtigen Profitinteressen.

Wie unsere Alternative zu diesem zerstörerischen System aussieht und auf welche Weise wir sie erreichen können, damit beschäftigt sich dieser Vorwärts-Schwerpunkt.

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr