Frisch gekämpft ist halb gewonnen: Der PflegerInnenstreik in Minnesota/USA

Peter Hauer

Die KrankenpflegerInnen von fünf Krankenhäusern von Minnesota/USA streikten im Juni das erste Mal. Unterstützung bekamen sie von der 15-Now-Bewegung, die einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde anstrebt. Insgesamt streikten 4.800 PflegerInnen für sieben Tage wegen der Verhandlungen um die Arbeitsverträge, die schon seit Jänner laufen. Am 5. September starteten die PflegerInnen einen unbefristeten Streik der dann fünf Wochen andauerte. Ziel des Streiks war nicht primär eine Lohnerhöhung, sondern vor allem eine Beibehaltung der Kranken- und Pensionsversicherung und mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. Es kam zum Streik, weil am Verhandlungstisch nichts erreicht werden konnte. Es wurden Streikkomitees gegründet mit „Kapitänen“ der Streikteams, von denen jedeR für 10 -15 Personen zuständig war. Bei den Streiks postierte man sich in der ganzen Stadt und dort, wo die PatientInnen aus den Krankenhäusern kamen. Menschen holten sich bei den Streikposten Informationen und kauften Anstecker. Die 15-Now-Bewegung unterstützte den Streik von Anfang an. 15-Now AktivistInnen halfen bei der Organisierung von Schildern und „Yard Signs“, die man sich als Zeichen der Solidarität in den Vorgarten stellen kann. Da der Streik lange dauerte und mit Lohnausfällen zu rechnen war, wurden Notfallfonds eingerichtet, auch mit Sachspenden wurden die Streikenden unterstützt. Das Unternehmen nahm lieber Riesenverluste in Kauf, als die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Am Schluss stand zwar eine Verschlechterung, aber nicht im von den Chefs geplanten Ausmaß.

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