Frisch gekämpft ist halb gewonnen!

Georg Kumer

Streiken kann sich auszahlen, je entschlossener umso mehr. Auch wenn es manchmal dauert, bis sich im Bewusstsein gegen den Druck des Unternehmens und aus Angst vor Kündigung die Idee durchsetzt, dass ein Arbeitskampf notwendig ist. Wenn die Belegschaft entschlossen streikt, sitzt das Unternehmen am kürzeren Ast. Das gilt genauso für ausländische Beschäftigte, die oft von den miserabelsten Bedingungen und der größten Ausbeutung betroffen sind. Ein Beispiel für einen erfolgreichen Arbeitskampf von "Gastarbeitern" ist der Streik 2005 bei der Baufirma GAMA in Irland. GAMA beschäftigte dort 900 türkische Arbeiter mit einer Wochenarbeitszeit von 85 Stunden und einem Stundenlohn von 2,2 – 3.- (bei einem offiziellen Lohn von ca. 13.-/ Stunde). So raubte GAMA den Beschäftigten insgesamt 30 Millionen Euro an Löhnen. GAMA übte Druck auf die türkischen Arbeiter aus, nicht zu streiken, indem es mit Kündigung und der Rücknahme der Arbeitserlaubnis für Irland drohte. Die Kollegen streikten trotzdem und konnten einen Großteil der ausständigen Löhne zurückgewinnen. Beschäftigte, egal ob In- oder AusländerInnen, stehen den gleichen Interessen der Unternehmer nach höherem Profit und niedrigeren Löhnen gegenüber. Nur ein gemeinsamer Kampf aller ArbeiterInnen und besonders der am stärksten ausgebeuteten und mit den wenigsten Rechten (und das sind oft migrantische Beschäftigte) kann erfolgreich Lohnkürzungen und Sozialkahlschlag verhindern.

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