Bad Djoke

Viel Aufregung gab es um die (Nicht-)Teilnahme von Tennis-Nr. 1 Novak Djokovic an den Australian Open der Männer (17.-30. Jänner). Als dem Impfgegner mangels Impfung oder Sondergenehmigung die Einreise verweigert wurde, zauberte er plötzlich einen positiven Test vom Dezember hervor, um als genesen zu gelten – nur um gleich der Lüge überführt zu werden, dass er sich an die Quarantäne-Regeln gehalten hätte und vor seiner Ankunft in Australien nicht gereist wäre. Die ganze Affäre zeigte aber nicht nur die (allseits bekannte) Arroganz des Sportler-Multimillionärs, sondern auch die Verlogenheit der australischen Regierung: Seit Beginn der Pandemie herrschen dort einerseits drakonische Lockdowns, die vor allem das Privatleben betreffen. Andererseits überlässt die liberale Regierung das Gesundheitssystem komplett der kapitalistischen Logik: Tests? „Dafür gibt es den freien Markt“ antwortete Premier Morrison – folglich gibt es zu wenige und nur zu horrenden Preisen. Im Jänner schossen die Infektionen nach oben. Kollabierende Spitäler? „Wir müssen die Welle reiten, wir haben keine Alternative“, meinte er dazu. Sein pseudo-hartes Auftreten gegen Djokovic dient also vor allem dazu, vom eigenen Versagen in der Pandemie abzulenken.

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