80. Geburtstag Bob Dylans: Was ist bloß los mit Bob?

Kaum ein anderer Musiker hat so viele Wendungen hinter sich: Unterschiedliche Musik-Stile, seine christliche Phase oder der Versuch, im Mainstream aufzugehen. Trotzdem gilt er bis heute als fixer Bestandteil der Protestbewegungen der letzten Jahrzehnte.
Albert Kropf

Dabei ist Bob Dylan eine Kunstfigur, die um 1959 herum von Robert Allen Zimmermann erschaffen wurde. Der wurde am 24.5.1941 in Dulluth (USA) geboren. Dylan ist nur einer seiner vielen Namen. Und inwieweit die reale mit der geschaffenen Person irgendwann verschmolzen ist, ist ohnehin nicht einzuschätzen.

Die Geschichte Dylans ist auch die von unzähligen Menschen, die seit den 1960er Jahren begonnen haben, die herrschenden Verhältnisse in Frage zu stellen und zu politischen Aktivist*innen geworden sind. Ein Schritt, zu dem er selbst nicht nur nie bereit war, sondern zunehmend als alter, arroganter Mann ablehnt. Dabei hätte ein Dylan an der Spitze der sozialen Protestbewegungen die Kraft besessen, die Welt mit aus den Angeln zu heben. Stattdessen angelt er lieber nach dem großen Geld und verklopfte letztlich sogar sein musikalisches Lebenswerk an die Unterhaltungsindustrie. Es reicht eben nicht, nur politische Lieder zu schreiben, um die Welt nachhaltig zu verändern. Dazu braucht es politische und soziale Bewegungen der betroffenen Menschen und keine Stellvertreter*innen in der Politik, Gewerkschaften oder eben der Musikindustrie, zu der Bob Dylan heute gehört.

 

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