10 Jahre unibrennt

Das Audimax der Uni Wien wurde im Oktober 2009 zum Zentrum einer globalen Bewegung.
Stefanie Klamuth

Überall auf der Welt wurden Hörsäle besetzt und demonstriert. Ein Jahr nach Ausbruch der Krise 2008 wurden Banken mit Milliarden gerettet, während die Unis weiter ausgehungert wurden. Das befeuerte unsere Wut und den Wunsch nach Veränderung. Gemeinsame Aktionen mit Metaller*innen und Elementarpädagog*innen zeigten, dass wir mit unseren Anliegen nicht alleine waren. Unsere Forderungen nach mehr Geld für Bildung, Soziales, Jobs und Wohnen überschnitten sich.

Die Führungslosigkeit der Proteste war Stärke und Schwäche zugleich. Wir konnten zwar einer Spaltung ohne „Gesicht nach außen“ entgegenwirken, mussten aber alles basisdemokratisch beschließen. Schnell zeigte sich, dass vor allem jene gehört wurden, die es sich zeitlich leisten konnten, Tag für Tag an Plenumssitzungen teilzunehmen. Schnell bildeten sich informelle Hierarchien – eine stetige Zersplitterung der Bewegung ohne demokratisch legitimierte Führung war die Folge.

Auch wenn wir keine grundlegenden Veränderungen im Bildungssystem erkämpften, trugen diese Monate zur Radikalisierung hunderter junger Menschen bei. Viele sind heute in politischen Zusammenhängen aktiv, die nach unibrennt gegründet wurden. Ich selbst habe im Audimax erste Gespräche mit SLP-Aktivist*innen geführt und bin froh, nun gemeinsam für ein Ende von Ausbeutung, Profitgier und Unterdrückung zu kämpfen.

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