Graz: Antifaschismus ist kein Verbrechen!

Moritz Erkl, Offensive gegen Rechts Graz

Am 7.1.2026 startete am Grazer Landesgericht für Strafsachen der Prozess gegen 7 Antifaschist:innen. Diese werden beschuldigt, vergangenen Jänner in der Nacht vom 70. Grazer Akademikerball (ein Vernetzungstreffen der österreichischen und europäischen extremen Rechten) einem Burschenschafter sein Kapperl entwendet zu haben. Bei einer Verurteilung drohen den Aktivist:innen (auf Grund des Straftatbestands “schwerer Raub”) 5-15 Jahre Haft. 

Entgegen der durch die Staatsanwältin in ihrem Eingangsplädoyer erläuterten Meinung, es halte sich mitnichten um einen politischen Prozess, reiht sich die Verhandlung nahtlos in einen bereits seit längerem wahrnehmbaren gesellschaftlichen Rechtsruck ein. Antifaschist:innen und Linke werden kriminalisiert, während Rechtsextreme und die FPÖ einen autoritären Umbau vorantreiben. 

Der gesamte Prozess ist eine politische Inszenierung. Bereits vor Beginn des ersten Verhandlungstages mussten ca. 70 solidarische Aktivist:innen 2 Stunden in der Kälte warten, da es die “Order” gab, die “hoheitlichen Pforten” erst 15 Minuten vor Beginn für Besucher:innen zu öffnen. Das Ergebnis war, dass viele Menschen keinen Platz bekommen haben, da 15 Minuten nach Beginn der Einlass gestoppt wurde.  

Die Beschuldigten selbst werden seitens der Staatsanwaltschaft und den aggressiv auftretenden ermittelnden Behörden (es kam zu Hausdurchsuchungen mit Maschinenpistolen und zu teils mehrwöchiger Untersuchungshaft) seit Monaten vorverurteilt. In Ermittlungsdokumenten werden die Antifaschist:innen als “linksextreme Terroristen” bezeichnet und die gesamte Anklage geht davon aus, dass sich der betroffene Burschenschafter nicht ohne “Fremdverschulden” multiple Rippenbrüche zugezogen haben kann. 

Beweise gibt es jedoch bis dato keine, selbst der Burschenschafter und seine Gattin können sich an keinerlei Gewalt erinnern. Anstatt also ernsthaft zu untersuchen, ob der Betroffene einfach gestürzt ist, wurde versucht – begleitet durch eine mediale Hetzkampagne und parlamentarische Anfragen der FPÖ – mit Hilfe internationaler Haftbefehle einen Teil der Grazer Linken zu zerschlagen. Erfolglos. 

Unzählige Menschen haben sich solidarisiert, durch eine Spendenkampagne und internationale Solidarität ist es gelungen, klar zu machen: Antifaschismus ist kein Verbrechen. Der Prozess wurde nun auf Anfang März vertagt, unsere Solidarität bleibt aber weiterhin notwendig: egal, ob auf der Straße gegen den diesjährigen Akademikerball (24.01.2026, 16:00, Mariahilferplatz, Graz), bei den künftigen Verhandlungstagen oder durch finanzielle Unterstützung zur Deckung der Kosten für die Anwält:innen. 

 

Spendenkonto 

Empfänger:in: Soli-Gruppe Graz 

IBAN: AT06 2081 5000 4243 1999 

Verwendungszweck: antifagraz25