Zur Kika/Leiner „Rettung“

Thomas Hauer

Zwei Monate durfte sich Österreich mit den über 5.000 Beschäftigten von Kika/Leiner freuen. Durch die Vermittlung von Bundeskanzler Kurz wurde die insolvente Möbelhausgruppe verkauft. Während die XXXLutz-Gruppe wächst und Ikea den Onlinemarkt dominiert, fällt Kika/Leiner wiederholt durch Finanzprobleme auf. Dann trat Kurz-Berater René Benko mit seiner Firma Signa-Holding auf den Plan. Er ist Milliardär und könnte sich die Rettung von Kika/Leiner und allen Beschäftigten leisten. Nur wäre er nicht Milliardär, wenn er so ticken würde. Es wird jetzt auch nicht gerettet, sondern saniert. Deshalb müssen bis zu 1.100 Beschäftigte gehen. Das macht zumindest Benko und seine InvestorInnen noch reicher.

Die Betriebsräte bedauern zwar die Entwicklung, nehmen sie aber als „natürlich“ hin. Es gibt einen Sozialplan, aber keine Spur von Widerstand gegen die Kündigungswelle. Die Fehler des Managements werden auf die einfachen Beschäftigten abgewälzt. Was ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit dem Geld passiert, das die Beschäftigten erarbeitet haben? Wer hat sich bereichert? ÖGB und Betriebsrat sollten deshalb die Offenlegung der Finanzen fordern, die in Zukunft von VertreterInnen der Belegschaft kontrolliert werden müssen. Denen geht es nämlich, im Gegensatz zu den Benko & Co, nicht um Profite für wenige, sondern um langfristig stabile Jobs.

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