Wußten Sie, dass in ihrer Nachbarschaft ein Treffpunkt von Rechtsextremen ist?

Wußten Sie, dass in ihrer Nachbarschaft ein Treffpunkt von Rechtsextremen ist?

In der Koppstraße 72 (Zugang auch über die Kreitnergasse) befindet das „Dr.-Fritz-Stüber“-Heim der AFP. Dort treffen sich regelmäßig Rechtsextreme. Wir sagen: Weg mit dem “Dr.-Fritz-Stüber-Heim!”

Gleichzeitig mit den Treffen nehmen in Wien rassistische und neonazistische Schmierereien und terroristische Übergriffe zu. Ein Zufall? Rassismus, Rechtsextremismus und Faschismus sind keine harmlosen Spinnereien sondern eine gefährliche Bedrohung. Wir möchten Sie über einige der Gruppen und Personen die sich im und um das „Dr.-Fritz-Stüber“-Heim treffen, informieren.

„Dr.-Fritz-Stüber“-Heim

Stüber war ein in der Szene angesehener Nazi-Schreiberling. Stüber wurde 1953 wegen „Rechtsabweichung“ (!) aus dem VdU-Wien (Vorläufer der FPÖ)ausgeschlossen.

Das Stüber-Heim ist ein wichtiger Treffpunkt von Rechtsextremismus und Nazi-Szene. Im November 2000 wurde nach einer Rauferei eine Zusammenrottung von 50 Faschisten aufgelöst, an der auch das einstige Führungsduo der militanten „VAPO“, Küssel und Endres, teilgenommen hatte. In den Folgejahren fanden Treffen des „BFJ“ statt. Im September 2004 war ein Wiener Nazi-Skinhead als Referent über den Gründer des Nazi-Netzwerkes „Blood & Honour“ eingeladen.

Die “Hausherren”

Das „Dr.-Fritz-Stüber“-Heim ist das Lokal der AFP, der “Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik”. Die Vorgängerorganisation wurde 1975 verboten. In ihren Zeitschriften finden sich immer wieder Beiträge mit neonazistischer Tendenz. Bei den von der AFP veranstalteten “Politischen Akademien” referieren immer wieder bekannte Neonazis. Die AFP hat aufgrund ihrer zahlreichen Verbindungen zu Gruppen, Personen und Publikationen der extremen Rechten im In- und Ausland eine wichtige integrative Funktion im rechtsextremen Lager. Daneben verfügt die AFP über gute Kontakte zur FPÖ. Die AFP war lange Zeit v.a. ein Alt-Herren-Club hat aber in den letzten Jahren gezielt versucht, Jugendliche für ihren Ideen zu gewinnen. Der deutlichste Ausdruck dafür ist die Gründung und der Aufbau der AFP-Jugendorganisation, des BFJ.

BFJ versucht in Wien aufzubauen

Der Bund Freier Jugend (BFJ) gründete sich 2000 als Nachfolger der "AfP-Jugend", war ursprünglich v.a. in Oberösterreich aktiv und versucht nun, in Wien Fuß zu fassen. Der BFJ versammelt in seinen Reihen auch ehemalige Skinheads und Aktivisten der Nazi-Gruppe VAPO. Die Zeitung des BFJ ist das JUGEND ECHO, die "Kampfschrift der nationalen Jugend in Österreich" . Hier wird die “Kampfbereitschaft" der nationalen Jugend eingefordert; NS-Biographien werden als Vorbild dargestellt, Rassenhass wird propagiert.

Fühlt sich die Gruppe stark genug, um auf Aktionen und Kundgebungen linker und antifaschistischer Gruppen aufzutauchen, wird auch das probiert. Man fotografiert und versucht einzuschüchtern. Die Provokationen und Pöbeleien nehmen an Härte zu. Drohungen gegen linke AktivistInnen werden ausgesprochen, Drohanrufe getätigt. Büro- und Wohnungstüren werden mit BFJ-Aufklebern beklebt und in Linz warfen BFJ-ler ein Bündel explodierender Knallkörper auf einen Campingplatz auf dem AntifaschistInnen waren. Es kommt auch immer wieder zu körperlichen Angriffen von BFJlern auf MigrantInnen und Linke. Das zeigt, in welche Richtung es gehen soll.

Und die Schlägertypen

Aus Vorarlberg versucht die offen terroristische Nazi-Skinhead-Gang „Blood & Honour“ sich in Wien aufzubauen. Gruppen wie „Blood & Honour“ stehen für mörderischen Terror gegen Linke. Sowohl in England als auch in Schweden zeichnet B&H bzw. deren bewaffneter Arm „Combat 18“ verantwortlich für eine ganze Reihe von Schuss- und Bombenattentaten gegen linke GewerkschafterInnen und JournalistInnen. Auch aus diesen Kreisen werden immer wieder Vertreter im „Dr.-Fritz-Stüber“-Heim gesichtet.

Es geht uns alle an

In der Umgebung des „Dr.-Fritz-Stüber“-Heim wohnen Viele, die nicht in Österreich geboren wurden - sie sind für die Rassisten bestenfalls Menschen zweiter Klasse. Es befinden sich mehrere Schulen in der Nähe - und auch an Schulen versuchen die Rechtsextremen ihre Hetze zu verbreiten.

In den letzten Monaten haben die Angriffe auf MigrantInnen und Linke zugenommen. Das Büro der SLP wurde durch BFJ-Aufkleber verschandelt. In letzter Zeit wurden mehrere Bomben mit rechtsextremen Hintergrund gefunden. Die antirassistische Organisation ZARA wurde von Nazis bedroht. Menschen werden zusammengeschlagen, nur weil sie keine ÖsterreicherInnen sind.

Es reicht!

Wir meinen, daß niemand mit solchen Rechtsextremen und Nazis in seiner Nachbarschaft leben müssen sollte, weil von ihnen große Gefahr ausgeht.

Die Sozialistische LinksPartei (SLP) ist seit vielen Jahren gegen Rassismus und Faschismus aktiv. Wir haben gegen die rassistischen Auftritte der FPÖ in diversen Wahlkämpfen mobilisiert. In Oberösterreich haben wir eine Kampagne gegen den BFJ durchgeführt mit dem Ergebnis, dass er seine Treffen nicht mehr öffentlich bekannt machen kann, weil es sonst jedesmal eine starke, antifaschistische Mobilisierung gibt. Wir haben in Wien vor einigen Wochen die Initiative zu einer antifaschistischen Demonstration gesetzt, bei der 700 Menschen gegen Rassismus und Faschismus auf die Strasse gegangen sind.

Wir akzeptieren die Aktivitäten der Rechtsextremen und Faschisten nicht - sondern treten dagegen auf. Die Rechtsextremen und Faschisten reagieren darauf mit ihren üblichen Methoden: Die FPÖ-Wien Brigittenau bezeichnet auf ihrer Homepage die SLP als "Schweine-Lumpen-Pack". Wir erhalten Drohanrufen und Drohmails, u.a. vom BFJ. Sie versuchen, unsere AktivistInnen einzuschüchtern. Letzte Woche haben sind sie in das Gebäude, in dem sich unser Büro befindet eingedrungen und haben unsere Bürotür mit ihren widerlichen, rassistischen Aufklebern beklebt.

Die terroristische Bedrohung durch Nazis steigt auch in Österreich - solche Aktionen sind eine Drohung und die Vorstufe zu Überfällen, körperlichen Attacken und Bomben. Wer die rechte Gefahr bisher unterschätzt hat, wird durch die jüngsten Ereignisse hoffentlich wachgerüttelt. Was kommt als nächstes?

Wir protestieren hier gemeinsam mit einer Reihe von AntifaschistInnen gegen die rechte Bedrohung. Die SLP wird ihre Aktivitäten gegen Rassisten und Faschisten auf jeden Fall intensivieren. Und wir laden Sie ein, mit uns gemeinsm gegen Rassismus und Faschismus aktiv zu werden.

Wir meinen, daß niemand mit solchen Rechtsextremen und Nazis in seiner Nachbarschaft leben müssen sollte weil von ihnen große Gefahr ausgeht.

* Schluß mit der Hetze gegen MigrantInnen – Nein zu Rassismus und Antisemitismus

* Weg mit dem „Fritz-Stüber-Heim“

* Volle soziale und demokratische Rechte für alle, die hier leben

* Schluss mit Abschiebungen - Bleiberecht

* Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn und Mindestlohn statt Staatsrassismus

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